Eine Brücke in die Gesellschaft

Die Hager Group engagiert sich für die Gesellschaft

Eine
Brücke
in die
Gesellschaft

Mit der 2010 gegründeten Peter und Luise Hager-Stiftung engagiert sich das Familien­unternehmen Hager Group für eine Vielzahl von Projekten in aller Welt. Wie es das tut und was das Unter­nehmen bewegt, erklären die Stiftungs­vorstände Evi Hager, Susanne Trockle und Oswald Bubel.

Evi Hager
Sie begleitet die Peter und Luise Hager-Stiftung von Beginn an. Als Vorsitzende des Stiftungsvorstands repräsentiert Evi Hager die Stiftung nach außen.
Susanne Trockle
Sie war zunächst im Stiftungsrat aktiv. 2014 rückte Susanne Trockle in den Stiftungsvorstand auf und übernimmt seitdem operative Stiftungstätigkeiten.
Oswald Bubel
Seine Arbeit mit und für Hager begann Oswald Bubel vor mehr als 50 Jahren. Als Geschäftsführer war er wesentlich an der Gründung der Peter und Luise Hager-Stiftung beteiligt. Heute ist Oswald Bubel in vielen Stiftungsprojekten persönlich engagiert.

In Deutschland arbeiten bereits mehr als 21.000 Stiftungen. Was waren die Beweggründe, eine weitere ins Leben zu rufen?

Unternehmen haben auch eine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.Und wir meinen, dass für uns als Familienunternehmen daraus die Verantwortung erwächst, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Da lag es nahe, unser Engagement in einer gemeinnützigen Stiftung zu bündeln.

Wichtig ist uns die Nähe zu den Dingen, die wir tun. Die Peter und Luise Hager-Stiftung (PLHS) konzentriert ihr Engagement auf Länder und Regionen, in denen die Hager Group aktiv ist. In Japan oder Kanada beispielsweise würden wir aktuell kein Projekt auflegen, in Indien hingegen haben wir es getan. Außerdem legen wir den Schwerpunkt unserer Arbeit auf Projekte, die wir persönlich begleiten und unterstützen können. Unsere Stiftung ist keine, die das Scheckbuch zückt und es dabei bewenden lässt.

Pae White, Saarlandmuseum
Mit ihrer jüngsten Erweiterung kann die Moderne Galerie des Saarlands endlich adäquat Moderne Kunst präsentieren – zum Beispiel jene der US-Künstlerin Pae White. Ermöglicht wurde die Ausstellung unter anderem von der Peter und Luise Hager-Stiftung.

Ihr Engagement ist breit gefächert. Welche Projekte sind für die Peter und Luise Hager-Stiftung relevant, welche sind es nicht?

In unserer Stiftungssatzung haben wir fünf Stiftungszwecke festgelegt, die wir vor allem fördern wollen: Erziehung und Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Umwelt sowie Soziales. Im Rahmen dieser Stiftungszwecke sind wir offen für neue Anregungen und Projekte.

Wir fördern keine rein kirchlichen oder weltanschaulichen Projekte. Auch Sportförderung gehört nur insofern zu unseren Aktivitäten, als wir im Projekt „Chancen“ auch eine Förderung für Kinder mit besonderen sportlichen Talenten anbieten.

Wer sind eigentlich die Menschen, die die PLHS gegründet haben?

Die PLHS wurde im Dezember 2010 von der Hager Group ins Leben gerufen. Im Jahr 2017 konnten wir rund 700.000 Euro in verschiedene Projekte investieren. Aber das ist nicht das Ende der Geschichte. Ich bin sehr dafür, dass die Stiftung – genau wie das Unternehmen, dem wir unsere Existenz verdanken – weiter wächst. Die Größe unseres gesellschaftlichen Engagements sollte der Größe der Hager Group angemessen sein.

Übrigens ist unsere Stiftungsarbeit bislang eine rein ehrenamtliche. Mit Ausnahme weniger Büro- und Materialkosten fließen sämtliche Mittel der PLHS direkt in die Projektarbeit.

Wie vernetzt beziehungsweise eigenständig sind Stiftung und Unternehmen?

Die Stiftung agiert unabhängig von der Hager Group, und das Unternehmen beeinflusst in keiner Form die Auswahl unserer Projekte. Klar ist aber auch: Ohne das Unternehmen gäbe es uns nicht. Auch Mitarbeiter der Hager Group unterstützen uns ehrenamtlich und durch Projektvorschläge. Einer davon ist das Projekt „Eine runde Sache“, bei dem Mitarbeiter in Deutschland und Frankreich den Cent-Betrag ihres Gehalts aufrunden und spenden können. Der Betrag wird dann von der PLHS mehr als verdoppelt und an Tafeln in Deutschland und Frankreich gespendet.

Wie vernetzt Stiftung und Unternehmen sind, lässt sich unter anderem auch daran ablesen, dass viele unserer Projekte an den Standorten des Unternehmens angesiedelt sind. Das liegt zum einen daran, dass wir dort unmittelbar etwas an die Gesellschaft zurückgeben können, von und mit der wir leben. Zum anderen hat es auch praktische Gründe, weil wir als ehrenamtliche Initiative auf diese Weise das Netzwerk des Unternehmens nutzen können. Beim Projekt „Perspectiva“ beispielsweise haben uns spanische Mitarbeiter der Hager Group sehr geholfen.

Mit dem „Helmholtz-Wissenschaftspreis“ fördern wir seit einiger Zeit den wissenschaftlichen Nachwuchs. In enger Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Institut der TU Karlsruhe unterstützen wir Doktoranten und Masterstudierende bei ihren Forschungsprojekten.

In Zukunft möchten wir die Arbeit der Stiftung stärker in das Bewusstsein der Mitarbeiter der Hager Group bringen. Wir möchten ihnen zeigen, dass wir unsere soziale Verantwortung wahrnehmen und ihnen selbst Gelegenheit bieten, uns mit ihrer Kraft und Energie ehrenamtlich zu unterstützen. Ich finde, das macht ein Familienunternehmen aus: dass Mitarbeiter für uns nicht Angestellte, sondern Partner sind. Wir teilen dieselben Werte wie Authentizität, Integrität und Mut, aber auch Menschlichkeit und Nachhaltigkeit.

Benannt ist die Stiftung nach den Eltern der beiden Unternehmensgründer. Warum?

Weil uns unsere Großeltern sehr geprägt haben. Beide haben viel Verantwortung übernommen, um unsere große Familie zusammenzuhalten. Sie waren mitunter unbequem, aber haben geholfen, wo sie konnten. Peter und Luise Hager waren echte Persönlichkeiten und haben Werte gelebt, die heute noch kennzeichnend für unser Familienunternehmen sind.

Was würden Sie heute anders machen, wenn die Hager Group die Stiftung ein zweites Mal gründen könnte?

Gar nichts. Wir haben alles so gemacht, wie es uns entsprach. Wir haben uns Ziele gesetzt, die uns entsprechen und Menschen in unser Projekt geholt, die mit uns unseren Geist weitertragen. Wir sind stolz auf die Entwicklung, die wir seither genommen haben.

Mittlerweile wissen wir ziemlich genau, was wir können und wollen. Wir schauen heute nach nachhaltigen eigenen Projekten, in die wir uns persönlich einbringen können. Dadurch sind wir auch authentisch. Susanne Trockle und ich sind vor einiger Zeit nach Rajasthan gereist, um bei der Einweihung zweier Staudämme unseres Projekts „Wasser für Indien“ dabei zu sein. Papier, Bilder und Internet sind ja bekanntlich geduldig. Aber was einen tief berührt, sind die Begegnungen vor Ort mit Menschen, die wir unterstützen. Ich habe zum Beispiel gelernt, wie benachteiligt Mädchen und Frauen in Indien heute immer noch sind. Das muss sich dringend ändern, und ich wäre sehr glücklich, wenn wir dazu einen kleinen Beitrag leisten könnten.

Was mich bewegt, ist die unheimlich positive Wirkung, die ein Projekt wie „Perspectiva“ auf das Leben von Menschen haben kann. Dieses Projekt richtet sich an junge, gut ausgebildete Frauen und Männer, die in ihrer spanischen Heimat keine Chance hatten, eine ihrer beruflichen Qualifikation entsprechende Arbeit zu finden. Ein Großteil der „Perspectiva“-Teilnehmer hat durch unsere Vermittlung eine feste Arbeitsstelle und damit eine neue Perspektive gefunden.

Ein Projekt, das mich sehr bewegt, heißt „Early Excellence“. In Kooperation mit der Heinz und Heide Dürr-Stiftung fördern wir die Talente von Kindern in so genannten Brennpunkt-Kindergärten in den saarländischen Städten Neunkirchen und Saarbrücken, wo Kinder aus unterschiedlichen Nationen und Elternhäusern zusammenkommen. Ich finde es großartig, dass wir diesen Kindern helfen, ihre Stärken zu entdecken.

Wenn wir uns in fünf oder zehn Jahren wiederträfen: Was glauben Sie, wie sich die PLHS bis dahin verändert haben wird?

Wir sind jetzt, nach rund sieben Jahren und mit rund 40 Projekten an einer Art Wachstumsgrenze angelangt. Wenn wir künftig mehr und internationalere Projekte betreuen und dies mit der gebotenen Sorgfalt tun wollen, brauchen wir Unterstützung durch hauptamtliche Kollegen. Das sind wir uns selbst, unserer Stiftung und auch den Aufsichtsbehörden schuldig. Ich würde es sehr begrüßen, wenn unsere Stiftung diesen nächsten Wachstumsschritt nehmen würde.

In jüngster Zeit haben wir mehrere internationale Projekte in Portugal, den USA und den Niederlanden ins Leben gerufen, weitere Projekte – zum Beispiel in England – sind in Planung. Dort agieren Mitarbeiter der Hager Group als Länderpaten, die Projekte vorschlagen und auf ihrem Weg begleiten. Wir sind aus den Anfängen heraus und wachsen gerade in unsere nächste Entwicklungsstufe hinein. Wir werden unser Profil weiter schärfen und schauen, wo wir mit unseren Mitteln helfen können. Und die bisherige Erfahrung zeigt: Das ist eine ganze Menge.

Peter und Luise Hager-Preis

Einer der prämierten Künstler im Jahr 2017: Valerian Polienko und sein Werk zum Thema „Kreis“, das aus einem mehrwöchigen Farbexperiment heraus entstanden ist.

Zusammen mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken fördert die PLHS seit 2011 junge Künstler. Der Peter und Luise Hager-Preis steht jedes Jahr unter einem neuen Motto. Unverändert bleibt jedes Mal die Begeisterung darüber, mit wie viel Kreativität sich Künstler an dem Wettbewerb beteiligen. Neben der HBKsaar unterstützt die PLHS Kunst, Musik und Bildung in ihrem Heimat-Bundesland Saarland auf vielfältige Art und Weise. Ein Projekt ist die Unterstützung der Modernen Galerie des Saarlandmuseums, die zum Jahresende 2017 nach umfangreicher Erweiterung wieder eröffnet wurde. Weitere Kooperationen bestehen mit der Hochschule für Musik Saar und allen Kunst- und Musik-Hochschulen im Saarland, dem Festival „Perspectives“, OPUS sowie ArtWalk.

Peter und Luise Hager-Preis 2018

1. Preis 2018: Lukas Ratius & Frederic Zenner - Contactu Fungi

In der Aufmachung einer klinischen Laborsituation führen Keimkulturen vor Augen, wie viele Mikroorganismen uns tagtäglich umgeben. Sie begleiten unsichtbar viele menschliche Kontakte, vom Handschütteln über das Begrüßungsküsschen bis zum verliebten Kuss. Dabei sind Bakterien und Pilze die verborgenen, aber immer mitspielenden Kontaktstoffe.

So lebensnotwendig die Mikroorganismen für den menschlichen Körper sind, so schnell entsteht Ekel, wenn wir sie zum Beispiel auf verfaulenden Speisen sehen. In ihrer Arbeit formen Lukas Ratius und Frederic Zenner diese Ambivalenz um. Ein Handabdruck, zwei Berührungsküsschen und ein Kuss haben auf einer keimfördernden Trägersubstanz ihre Abdrücke hinlassen. Aufblühend ergeben diese Spuren zarte Bilder von Kontakt.

2. Preis 2018: Felix Bronko Noll – „kontAKT“

Der Künstler präpariert sozusagen das Wort „Akt“ aus dem Thema heraus. Dahinter steht in seinen eigenen Worten die Überzeugung, dass „gerade der ehrliche Kontakt mit dem eigenen Körper mit am wichtigsten“ ist. Das ist nicht narzisstisch gemeint, sondern als ehrliche Selbstbefragung als Voraussetzung für echten Kontakt zu anderen. Felix Noll hat Ausschnitte von Körperfotografien vergrößert und in verschiedenen Maßstäben Körperdetails zusammengesetzt, die eigentlich nicht zusammen passen. Aber in seiner Fotoinstallation ergeben die Einzelfotografien dennoch ein eigenartig schlüssiges Gesamtbild von Spannungen und möglichen Verbindungen. So gesehen bleibt der Kontakt zwischen Menschen immer ein Puzzle,aber eines, das sich lohnt, wie die Jury angesichts der Arbeit von Felix Noll urteilte.

3. Preis 2018: Jenny Tran – „Die Suche“

Jenny Tran stellt das Thema Kontakt als „Suche“ dar. So lautet auch der Titel ihrer an Comics und an Frans Masereels Holzschnitte erinnernden Arbeit. Ihre Bildergeschichte erzählt vom heutigen Individuum, das den Kontakt zu anderen in der realen Welt schwer finden kann. Die digitalen Kommunikationsmittel erweisen sich nicht als Garantie für gelungene Kommunikation, für wirklichen Kontakt. Vielmehr baut das Individuum ein digitales Image von sich auf, in dem es sich selbst spiegelt und fast zu verlieren droht. Die Bildergeschichte führt diese Probleme in harten grafischen Kontrasten vor Augen und deutet schließlich eine Lösung an.

Peter und Luise Hager-Preis 2017

1. Preis 2017: Ida Kammerloch – “I was a circle”

Ida Kammerloch legt in ihrer Fotoarbeit mehrere Kreise übereinander. Ausgangspunkt für jede Fotografie war jeweils, dass sie Passanten auf der Straße ansprach und ihnen Zeichenpapier anbot: „Wie sieht Ihr persönlicher Kreis aus?“ und sie dann portraitierte. Auf der Fotografie tritt die jeweilige Kreiszeichnung in Spannung zur Person. Was sagt mehr über den portraitierten Menschen aus? Sein Gesicht oder die teils genauen, teils freien, spielerischen oder wilden Umsetzungen des Kreismotivs? Was ist zittriger Zufall, was bewusste Aussage? Warum sind manche Linien gezackt, warum gelangen andere, runde Linien nicht mehr an ihren Anfangspunkt zurück? Selbstverfehlung? Öffnung und Befreiung aus einem Teufelskreis? Spätestens jetzt kreisen die Interpretationsmöglichkeiten im Kopf des Betrachters. Der Kreis der Befragten war sehr umfangreich und entwickelte sich fast zu einer Sozialreportage mit rein visuellen Mitteln. Die Hängung einiger ausgewählter Portraitfotos auf der Ausstellungswand schließlich ergibt eine weitere Art von Kreis. Die Porträitierten scheinen in einem Halbkreis zu stehen, den der hinzutretende Betrachter vervollständigt. Ida Kammerloch hat mit einem scheinbar simplen Verfahren verschiedenste Kreise ausgelegt: in den sozialen Alltagsraum, den individuellen psychischen Innenraum, den Imaginationsraum des interpretierenden Betrachters, den Ausstellungsraum. Ihr gelingt es dabei auf künstlerisch überzeugende Weise, uns darüber im Unklaren zulassen, ob wir geschlossene oder offene Kreise sehen.

2. Preis 2017: Michael Voigt – „colighd – circles of gravity in light hey du“

„colighd“- der Titel der Installation von Michael Voigt ist ein Wortspiel. Der Künstler löst im Untertitel die Buchstabenfolge in eine Erklärung auf: „circles of light in gravity hey du“, übersetzt: „Lichtkreise unter Schwerkraft hey du“. Die Lichtkreise sollen den Betrachter anmachen, ihn interessieren: „hey du“. Klanglich erinnert „colighd“ an „collide“, also zusammenstoßen, und so an den Science-Fiction-Klassiker „When worlds collide“. Welten stoßen auch in der Arbeit von Michael Voigt aneinander, allerdings viel meditativer und spielerischer als in dem Katastrophenfilm von 1951. Die Arbeit kombiniert Dunkelheit und hellstes Blitzlicht, Schrecksekunde und stille Dauer, Dunkelheit und hellstes Blitzlicht, Wasser und Elektronik, Schwerkraft und Spiegelung, Zufall und absolute Präzision. In einem dunklen Raum fällt ein Tropfen Wasser von der Decke in einen zylindrischen Glasbehälter und wird blitzartig beleuchtet im Moment seines Auftreffens auf der Wasseroberfläche. Die daraus entstehenden, unregelmäßigen Ringe auf der Wasseroberfläche spiegeln sich schimmernd an der Raumdecke, sobald das Betrachterauge sich von dem optischen Schreck des überhellen Tropfenaufschlags erholt hat. Der schnappschussartige Blitz lässt eine Sekundenskulptur auf der Wasseroberfläche traumartig und zugleich völlig real vor den Augen des Betrachters erscheinen. Michael Voigt gelingt es mit raffinertester Elektronik und feinem Humor, eine technische und eine magische Erfahrung so vorzuführen, als seien sie ein und das Gleiche.

3. Preis 2017: Valerian Polienko – „o.T.“

Valerian Polienko hat seine Malerei aus einem Experiment entstehen lassen. Künstlerisch überzeugend ist an seiner Reihe von kreisförmig zentrierten Bildern, dass er die Farben sozusagen selbst machen ließ, was sie wollten. Zu diesem scheinbar simplen Ergebnis führte ein aufwändiger Aufbau. Mit Binder beschichtete Trägerfolie legte Valerian Polienko in Wannen mit Wasser. In die verschiedenen Bäder gab er in unterschiedlicher Dosierung Pigmente oder Farbtuschen hinein. Einerseits beeinflussten die verschiedenen Farben, andererseits der Verdunstungseffekt oder das Nachschütten von Wasser die Art und Weise, wie sich die Farbspuren auf der Folie ablegten und welche Muster und Formen sie dort nach einigen Wochen ergaben. Weniger durch absichtsvolle oder gestalterische Malakte und mehr durch eine Art geduldige Bewirtschaftung wie ein Gärtner ließ Valerian Polienko über längere Zeiträume Farbgebilde heranwachsen. Als er schließlich nachschaute, was die Materialen denn selbst gewollt hatten, ergaben sich Kreise feinabgestufter Farbkompositionen, denen ihre Entstehungszeit an konzentrischen Formen wie Jahresringen anzusehen ist. Auf ganz neue Weise kommen Farbmaterialität (engl. paint) und Farbwirkung (engl. colour) in diesen leuchtenden Bildkörpern zusammen.

Das große Experiment

Wissenschaft hautnah erleben: Das können Schülerinnen und Schüler aus Saarlouis im Saarland quasi direkt vor der Haustür. Im 2015 eingeweihten Schülerforschungszentrum der Stadt stehen ihnen drei große Laborräume, Besprechungs-, Leitungs- und Sammlungsräume zur Verfügung. Jeder Laborraum bietet Platz für 20 Schüler, die in Gruppen an unterschiedlichen Experimenten arbeiten können. Angeleitet werden sie durch Video-Tutorials auf fest installierten Computern, wie man sie von YouTube her kennt. Auf diese Weise kann jede Schülerarbeitsgruppe in ihrem eigenen Tempo und nach ihren individuellen Interessen vorgehen. Die studentischen Hilfskräfte oder Lehrer, die im Schülerforschungszentrum die Laborarbeit begleiten, können sich damit ganz auf individuelle Nachfragen konzentrieren.

Die Ausstattung der Labore wurde ganz wesentlich von Stiftungen wie der Stiftung ME Saar des saarländischen Verbands der Metall- und Elektroindustrie sowie der PLHS finanziert. „Ohne die Peter und Luise Hager-Stiftung könnte ich einpacken“, meint Benjamin Brück, Leiter des Schülerforschungszentrums. „Die Stiftung finanziert nicht nur die elementare Laborausstattung, sondern öffnet uns auch die Tür zu weiteren Förderern, mit deren Hilfe wir die Materialien für unsere Experimente kaufen können.“

Wasser für Indien

Zusammen mit Philippe Dangelser von der „PHD Rural Development Foundation“ initiierte die PLHS im Frühjahr 2015 den Bau zweier Check Dams im indischen Rajasthan. Check Dams sind einfache Staumauern, mit denen sich – angepasst an die geographischen Gegebenheiten – kleinere Täler abriegeln lassen. Im Laufe der Regenzeit füllen sich die Reservoirs mit Wasser und bieten den Anwohnern eine zusätzliche und sichere Wasserquelle. Während die Peter und Luise Hager-Stiftung 30.000 Euro für das notwendige Material bereitstellte, wurden die Bauwerke von den Männern aus den benachbarten Dörfern selbst errichtet. Auf diese Weise können die Check Dams in Zukunft von den Anwohnern selbst gewartet und, wenn nötig, stets in Eigenregie repariert werden.

Mittlerweile haben sich die beiden Staubecken ausreichend mit Wasser gefüllt und versorgen fünf Dörfer mit 4.000 Menschen und 9.000 Kühen mit Wasser. Ergänzt hat die PLHS ihr Engagement durch das „Wash in School“-Programm in fünf Schulen in der Region. In diesen Schulen werden Sanitary Kits und sanitäre Anlagen sowie Hygieneunterricht für die Schülerinnen und Schüler finanziert. Durch höheres Hygienebewusstsein kann vielen Infektionskrankheiten vorgebeugt werden. Auch in dieser Hinsicht ist Wasser für die Menschen in Rajasthan essentiell.

Mit unseren Nachbarn

Viele der Projekte unterstützen Initiativen und Gemeinschaften in der Nachbarschaft von Standorten der Hager Group. Nicht selten werden die Projekte von Mitarbeitern der Hager Group ausgewählt, vorgeschlagen und betreut. Larry Darst beispielsweise, Präsident von IBOCO Corporation in Edison, New Jersey, brachte ein Projekt für eine Schule in der Nachbarschaft des Unternehmensstandorts auf den Weg. Die Lakewood High School in Lakewood, New Jersey, wird von überdurchschnittlich vielen Schülern mit schwierigem familiären Hintergrund besucht. Viele müssen neben der Schule jobben, um über die Runden zu kommen – entsprechend niedrig ist der Anteil an Lakewood-Schülern, die die High School erfolgreich abschließen. Die PLHS möchte helfen, dies zu ändern: Mit dem Programm „Positive Behavior Support in Schools“ werden Schülerinnen und Schüler unterstützt, die sich trotz aller Schwierigkeiten besonders einbringen.

Für unsere Nachbarn

Im portugiesischen Cascais, bietet die Associaçao Hipica Terapeutica therapeutisches Reiten für körperlich und/oder geistig behinderte Menschen an. Etwa 80 Teilnehmer nutzen das Angebot der begleiteten Fortbewegung auf vier Beinen – ein Sport, der nicht nur Flexibilität und Körperbewusstsein verbessert, sondern auch das Selbstbewusstsein stärkt. Nachdem wegen der Wirtschaftskrise viele Eltern die Beiträge für ihre Kinder nicht mehr zahlen konnten, sprang die Peter und Luise Hager-Stiftung ein. Vorgeschlagen wurde das Projekt von Nuno Gonçalo Pina, Marketing Communication Manager von Hager-Sistemas Eléctricos Modulares in Portugal. Genau wie viele andere Mitarbeiter engagiert er sich auch persönlich im Trägerverein des Reitzentrums.

Projekte weltweit

Hager Group Annual Report 2017/18 – Brücken bauenHager Group-Kollegen erproben neue Produkte und ArbeitsformenFrançois Lhomme über VeränderungDie Hager Group engagiert sich für die GesellschaftMarc Keller, Präsident des Vereins, über die Partnerschaft und ihren NutzenWie die Hager Group Fachhandwerker und Bauherren zusammenbringtMike Elbers über Customer CentricityErfolgreich auf unkonventionellen Wegen: Das Projekt „silhouette“Wie mobile und immobile Welt zusammenwachsenPhilippe Ferragu über DigitalisierungKooperation über Grenzen hinweg: Eine ErfolgsgeschichteDer Unternehmensberater Prof. Peter May über die Eigenheiten von FamilienfirmenFranck Houdebert über Familien­unternehmen – eine Brücke zwischen Vergangenheit und ZukunftTüfteln an der Energielandschaft von morgenUnsere E3-InitiativeUnser AufsichtsratWeltweite KontakteDie Hager Group weltweitImpressumHager Group Annual Report ArchiveHager Group Annual Report 2018/19Hager Group Annual Report 2017/18Hager Group Annual Report 2016Hager Group Annual Report 2015