E3: Eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie
03
E3: Eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie
03.1
Unsere Nachhaltigkeitsverpflichtung
ESRS 2 SBM-1 Abs. 40 Allgemeine Angaben
Nachhaltigkeit ist ein gemeinsamer Weg. Es ist ein Weg, der jede Phase unserer Wertschöpfungskette prägt, von der Beschaffung bis zum Ende der Lebensdauer unserer Produkte. Bei Hager haben wir uns dazu verpflichtet, diesen Weg gemeinsam mit unseren Partnern, Kunden und Interessengruppen zu gehen. Bei jedem Schritt achten wir auf Menschen und Umwelt.
Wir haben unsere Vision von einer nachhaltigen Zukunft durch Zusammenarbeit in den Mittelpunkt unserer Nachhaltigkeitsstrategie "E3" gestellt, welche sich auf Ethik (Ethics), Mitarbeiter (Employees) und Umwelt (Environment) fokussiert.
E3 ist unsere Perspektive zur Wahrung ethischer Geschäftspraktiken, zur Schaffung eines integrativen und gesunden Arbeitsplatzes und zur Bereitstellung zuverlässiger, zukunftssicherer und kohlenstoffarmer Lösungen in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, Kunden und anderen Interessengruppen.
Wie an anderer Stelle in diesem Bericht festgestellt wird, nimmt unsere Geschäftstätigkeit eine privilegierte Position ein: Wir sind in der Lage, das Leben der Menschen und das Leben der Gemeinschaften, in denen wir tätig sind, positiv zu verändern. Indem wir die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unseres Handelns rücken, stellen wir sicher, dass nicht nur wir Erfolg haben, sondern auch die Welt um uns herum.
E3 ist ein integraler Bestandteil unserer Gesamtstrategie unter dem Titel Projekt 2030. Im Anschluss an diese Einführung finden sich detaillierte Berichte über unsere vernetzten Aktivitäten in den Bereichen Ethik, Mitarbeiter und Umwelt. Eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Themen finden Sie hier.
Ethik
Die Ethik steht im Mittelpunkt unseres Geschäftsansatzes. Sie bildet die Grundlage für verantwortungsvolles Verhalten in unserer gesamten Geschäftstätigkeit und unserer Wertschöpfungskette. Unser Engagement spiegelt sich in fortlaufenden Schulungen zur Ethik, einem sicheren Integritätsmeldesystem sowie klaren Erwartungen an alle vorgelagerten und nachgelagerten Interessengruppen wider.
Wir sind bestrebt, die Menschenrechte zu wahren, faire und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und transparente Beschaffungspraktiken aufrechtzuerhalten. Untermauert wird dies durch die Einhaltung internationaler Standards wie des Global Compact der Vereinten Nationen und der Orientierungshilfen zur Sorgfaltspflicht der OECD1.
Mitarbeiter
Unsere Mitarbeiter sind für unseren langfristigen Erfolg und unseren Weg zu mehr Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung. Hager fördert ein inklusives Umfeld, in dem alle ihr Potenzial durch lebenslanges Lernen und eine sinnvolle Karriereentwicklung entfalten können. Unterstützt wird dies durch Initiativen wie Early Careers und Eureka. Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen unserer Belegschaft haben oberste Priorität und sind in unseren Richtlinien und Praktiken an allen Standorten verankert.
Wir wollen einen Arbeitsplatz schaffen, an dem Diversität und Chancengleichheit wertgeschätzt werden und der eine generationsübergreifende Zusammenarbeit fördert. Unser Engagement wird durch unsere Charta zur Diversität und laufende Investitionen in die berufliche Weiterentwicklung von Angestellten verstärkt. Unser Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jede einzelne Person respektiert sowie unterstützt fühlt und sich erfolgreich weiterentwickeln kann.
Im Jahr 2025 bekräftigen wir dieses Engagement mit der Einführung unseres Programms „Human Sustainability“, welches unsere Ambitionen in diesem Bereich der E3-Strategie vorantreiben wird. Dieses Programm baut auf unseren bestehenden Bemühungen auf und bietet einen strukturierten Ansatz zur Unterstützung unserer Mitarbeiter an einem Arbeitsplatz, der sich für Inklusion, Empowerment und die Berücksichtigung zukünftiger Bedürfnisse einsetzt.
Umwelt
Die Umwelt ist ein zentraler Pfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie von Hager. Sie bildet die Grundlage für unsere Bemühungen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Umweltauswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Im Rahmen unseres Blue Planet Commitment setzen wir robuste Maßnahmenpläne um, um CO₂-Emissionen zu minimieren, Abfälle zu reduzieren und Verfahren der Kreislaufwirtschaft in unserer gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben. Zudem priorisieren wir das Ökodesign, investieren in innovative Energielösungen und nutzen die digitale Transformation, um Ressourcennutzung und Betriebseffizienz zu optimieren.
Durch die Entwicklung langlebiger Produkte, die kontinuierliche Verbesserung ihrer Umweltverträglichkeit und die Einbindung von Partnern und Kunden in diesen Prozess wollen wir einen kohlenstoffarmen Lebensstil ermöglichen und die globalen Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens unterstützen.
Bereits seit 2021 strukturieren und beschleunigen wir unsere Bemühungen durch unser Programm zur ökologischen Nachhaltigkeit, das Blue Planet Commitment. Dieses Programm bietet ein umfassendes Rahmenwerk, um Fortschritte in dieser Säule unserer E3-Strategie zu erzielen.
Es gewährleistet die Abstimmung mit wichtigen Umweltinitiativen und ermöglicht es uns, unsere Auswirkungen zu skalieren, unsere Performance zu verfolgen und uns laufend zu verbessern.
03.2
E3: Übereinstimmung mit den UN-Nachhaltigkeitszielen und wesentlichen Themen
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN SDG) bieten ein universelles Rahmenwerk zum Umgang mit den dringlichsten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Welt bis 2030. Wir bei Hager wissen, dass der Beitrag zu diesen globalen Zielen eine Frage der Unternehmensverantwortung sowie eine strategische Notwendigkeit für den langfristigen Erfolg unseres Geschäfts ist.
Unsere E3-Strategie ist bewusst so strukturiert, dass wir Fortschritte in Richtung derjenigen SDG erzielen können, die für unser Geschäft und unsere Interessengruppen am relevantesten sind. Durch regelmäßige Updates zu unseren jährlichen doppelten Wesentlichkeitsanalysen konnten diejenigen Nachhaltigkeitsthemen ermittelt werden, in denen unsere Geschäftstätigkeit die größten Auswirkungen, Risiken und Chancen aufweist und in denen wir den größten finanziellen Risiken ausgesetzt sind. Diese wesentlichen Themen bilden die Grundlage unserer strategischen E3-Prioritäten.
Durch die Zuordnung unserer E3-Strategie zum jeweiligen SDG und die Integration der Offenlegungspflichten der ESRS und GRI-Standards gewährleisten wir einen konsistenten und transparenten Ansatz für das Management der Nachhaltigkeit und die Berichterstattung darüber. Eine solche Ausrichtung maximiert die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, stärkt unseren Beitrag zu gemeinsamen globalen Zielen und unterstützt die Einhaltung der neuesten regulatorischen Erwartungen im Rahmen der CSRD.
Unser Ansatz ermöglicht es uns, Mehrwerte für unsere Interessengruppen zu schaffen, unseren Fortschritt mit internationalen Referenzwerten zu vergleichen und kontinuierliche Verbesserungen in allen Bereichen der Nachhaltigkeit voranzutreiben.
Ausrichtung der SDGs und unseres E3-Rahmens
03.3
Nachhaltigkeitsmanagement
GRI 2-9, 2-13, 2-14 Allgemeine Angaben
ESRS 2 GOV-1 Abs. 22 und Abs. 23 Allgemeine Angaben
ESRS 2 Abs. 65 Allgemeine Angaben
Hager ist stolz auf seine Historie als Familienunternehmen. Seit über 70 Jahren verfolgen wir einen flexiblen Ansatz bei der Unternehmensführung, wodurch wir immer wieder schnell und effektiv auf eine sich verändernde Welt reagieren konnten. Anpassungsfähige Führungsstrukturen sind für den Erfolg unerlässlich.
Natürlich sind wir nach wie vor mit Veränderungen konfrontiert. Die Welt von heute verändert sich vielleicht schneller als jemals zuvor in der Geschichte von Hager. Um sicherzustellen, dass unser Unternehmen zukunftsfähig und gut positioniert ist, um die Welt der Elektrotechnik von morgen zu gestalten, haben wir ein Führungsmodell etabliert, das einen klaren und effektiven Übergang von Strategien und Aktionsplänen von der obersten Führungsebene zu jedem einzelnen Mitarbeiter gewährleistet.
Unser E3-Framework-Ansatz ist in diesem Führungsrahmen verankert. Dadurch wird sichergestellt, dass unsere Entscheidungen und Handlungen stets unsere Werte widerspiegeln, verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln unterstützen, unsere Mitarbeiter stärken und den Umweltschutz entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette fördern.
Das Rahmenwerk für Nachhaltigkeitsmanagement veranschaulicht, wie die Verantwortlichkeiten bei der Hager Group strukturiert sind. Es zeigt die Rollen unserer höchsten Führungsgremien, Managementgremien, Fachabteilungen, Netzwerke und Mitarbeiter bei der Steuerung, Koordination und Umsetzung von Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen. Dieser integrierte Ansatz stärkt die Verantwortlichkeit, fördert Innovationen und gewährleistet die Ausrichtung auf die langfristige Strategie „Projekt 2030“.
03.3.1
Sustainability Council: Brückenschlag zwischen Vision und Handeln
Um den komplexen Übergang hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu bewältigen, hat Hager einen eigenen Sustainability Council eingerichtet, der ein zentrales Element unserer Unternehmensarchitektur bildet. Den Vorsitz in diesem Rat führt der Chief Human Resources Officer (CHRO). Neben anderen wichtigen Führungskräften gehören dem Council auch der Chief Technical Officer (CTO) und der Chief Marketing Officer (CMO) an.
Durch diese Zusammensetzung werden verschiedene Aspekte unserer Geschäftstätigkeit umfassend dargestellt:
- Der CHRO vertritt unsere Mitarbeiter, unsere Unternehmenskultur und unsere soziale Verantwortung. Er stellt sicher, dass die menschliche Dimension unserer Geschäftstätigkeit auch weiterhin der strategische Hebel ist, den sie heute darstellt, und dass allgemeinere gesellschaftliche Erwartungen an die Wertschöpfungskette in die Diskussionen über Nachhaltigkeit einbezogen werden.
- Der CTO bietet einen zukunftsgerichteten Einblick in die betriebliche Effizienz und Technologie. Er stellt technisches Fachwissen bereit und unterstützt damit die Entwicklung nachhaltiger Lösungen und Innovationen über alle unsere Produkte, Geschäftstätigkeiten und Prozesse hinweg.
- Der CMO leistet einen Beitrag zu einer Perspektive, die auf Markttrends, Kundenorientierung und der Einbindung externer Interessengruppen gründet. Damit wird sichergestellt, dass unsere Nachhaltigkeitsstrategie relevant und wettbewerbsfähig ist.
Die Hauptaufgabe des Sustainability Council ist die Ermittlung wesentlicher Auswirkungen, Risiken, Chancen und Lücken in Bezug auf die Nachhaltigkeit, die unsere Geschäftstätigkeit und unsere Wertschöpfungskette im weiteren Sinne beeinflussen können. Gestützt auf diese Diversität des Fachwissens legt der Council strategische Ziele für die Nachhaltigkeit fest, die mit unserem Branchenkontext und den Erwartungen der Interessengruppen im Einklang stehen. Er formuliert und überprüft zentrale Richtlinien, wie die Nachhaltigkeitsrichtlinie und unser Programm Blue Planet Commitment, um sicherzustellen, dass diese Initiativen sowohl ambitioniert als auch umsetzbar sind.
Eine Kernaufgabe des Councils besteht darin, als Brücke zwischen den Führungsebenen zu fungieren und die Visionen und Anforderungen der Vorstandsebene in operative Prioritäten und messbare Maßnahmen umzusetzen. Die vom Council behandelten Nachhaltigkeitsthemen werden systematisch in die Beratungen des Vorstands und der Ausschüsse einbezogen und unterstützen so eine fundierte Entscheidungsfindung auf höchster Ebene. Dieser wechselseitige Austausch stellt sicher, dass die Nachhaltigkeitsleistung, Risiken und neu auftretende Themen regelmäßig dem Aufsichtsrat und dem Vorstand zur Überprüfung und strategischen Abstimmung vorgelegt werden.
Darüber hinaus überwacht der Council die gesamten Fortschritte von Nachhaltigkeitsinitiativen bei Hager und sorgt durch Beratung, Herausforderungen und Aufsicht für kontinuierliche Verbesserungen. Damit unterstützt der Sustainability Council die Abstimmung zwischen dem strategischen Anspruch und der betrieblichen Umsetzung. Er stärkt die Nachhaltigkeit als eine zentrale Triebkraft des Unternehmens und als Grundelement unserer langfristigen Wertschöpfung.
03.3.2
Anreizsystem
ESRS 2 GOV-3 Abs. 29 Allgemeine Angaben
GRI 2-19 Allgemeine Angaben
Die Vergütungspolitik von Hager für unser oberstes Leitungsgremium und unsere Führungskräfte setzt sich aus einem Festgehalt und einer leistungsorientierten Prämie zusammen. Unser Hager Group Bonus System ist ein Leistungshebel, der darauf abzielt, sowohl die individuelle als auch die kollektive Leistung zu steigern, um die Entwicklung und das Wachstum von Hager zu beschleunigen.
Die Struktur des Systems basiert auf der Überzeugung, dass die Gesamtleistung eine Kombination aus individueller Leistung (erreicht durch fokussierte Ziele, die Umsetzung der Hager-Werte und Führungsqualitäten) und der Konzernleistung ist. Das Vergütungssystem umfasst wichtige Leistungsindikatoren (KPIs), die sich auf die finanzielle Leistung des Konzerns, den jährlichen Geschäftsplan des Konzerns und individuelle Ziele beziehen. Die Konzernziele umfassen drei Bereiche: Geschäftsentwicklung, Kunden und Mitarbeiter.
Im Rahmen unseres Engagements für verantwortungsvolles Wachstum sind die Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit auch ein Kernbestandteil unserer Leistungskultur geworden. Zudem waren im Jahr 2024 15 % der leistungsorientierten Prämie für das höchste Leitungsorgan und die Führungskräfte direkt mit den Kennzahlen für Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden und den an den Standorten von Hager tätigen Fremdarbeitskräften verbunden. Dies spiegelt unsere Überzeugung wider, dass langfristige Wertschöpfung mit ökologischer und sozialer Verantwortung einhergehen muss, wobei die Anreize für Führungskräfte mit den Zielen unserer Nachhaltigkeitsstrategie in Einklang gebracht werden.
In diesem Jahr haben wir unsere Vergütungspolitik an unser neues Rahmenwerk „People Frame“ angepasst (mehr dazu im Abschnitt Angestellte dieses Berichts).
Bei der Bewertung der individuellen Leistung legen wir gleichermaßen Wert auf die Ergebnisse und die Art und Weise, wie diese erreicht werden. Im Rahmen dieses Ansatzes müssen alle Führungskräfte mindestens ein verhaltensorientiertes Ziel festlegen, das vom „People Frame“ inspiriert ist. Dieses erhält in der Bewertung der Gesamtleistung eine Gewichtung von 30 %.
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Unternehmensziele |
KPI zur Leistungsmessung im Jahr 2025 |
Definition |
Gewichtung |
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Geschäft |
Umsatzwachstum in % gegenüber dem VJ |
Unternehmensumsatz = externe Verkäufe (ohne Mehrwertsteuer) und vor Berücksichtigung von Boni oder Kundenskonti |
25% |
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EBIT als % des Nettoumsatzes (Earnings Before Interest and Taxes) |
EBIT = Bruttomarge – geschäft-liche Kosten/allgemeine Aufwendungen +/- außerordentliche Aufwendungen/ErträgeIn Anz. der Tage |
25% |
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Vorratsbestand Jahresende(Vorratsbestand, finanzielle Sicht, Gesamtschau) – Hager Group |
Nettovorräte: Summe der Bruttovorräte – Bestandsabschreibungen Umsatzkosten: Summe der Gemeinkosten für Materialverbrauch, Fertigungslöhne und Fertigung |
20% |
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|
Umsatz mit neuen Produkten |
15% |
||
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Einführung neuer Produkte MX Piro1 |
15% |
||
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Kunden |
Prognosegenauigkeit (Marktnachfrage) |
Nachfragegenauigkeit für eine enge Koordination zwischen Vertrieb und Betrieb zur Verringerung von Lagerbeständen und Abfällen |
15% |
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OTR (On-Time Received) zur durchschnittlichen jährlichen Leistung |
Anzahl der von unseren Kunden rechtzeitig oder vorzeitig erhaltenen Auftragspositionen/Anzahl der vom Kunden während des Zeitraums zur Lieferung angeforderten Auftragspositionen |
20% |
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Angestellte |
LTAR (Lost Time Accident Rate; Häufigkeit von Unfällen mit Ausfallzeit) |
Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit (LTA) multipliziert mit 1.000.000, dividiert durch reale Arbeitszeiten LTA: Alle Arbeitsunfälle (ohne Pendlerunfälle) mit einem oder mehreren Ausfalltagen |
15% |
03.4
Einbindung der Nachhaltigkeit in das Tagesgeschäft
GRI 2-23 Allgemeine Angaben
GRI 3-3 Wesentliche Themen
ESRS 2 SBM-1 Abs. 40 Allgemeine Angaben
Wir bei Hager sind uns bewusst, dass es für eine bedeutsame und langfristige Nachhaltigkeit mehr als nur Ambitionen braucht – es erfordert Integration. Deshalb haben wir uns dazu verpflichtet, Nachhaltigkeit formell in unseren täglichen Betrieb und unsere gesamte Wertschöpfungskette zu integrieren. Dieser Ansatz stellt sicher, dass unsere Nachhaltigkeitsziele sowohl ambitioniert als auch umsetzbar sind.
Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit externen Interessengruppen, Lieferanten, Partnern und Kunden, die eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der von uns verfolgten Auswirkungen spielen. Durch gemeinsame Standards, transparente Praktiken und gegenseitige Verpflichtungen können wir den systematischen Wandel vorantreiben und Fortschritte in Richtung unserer gemeinsamen Ziele beschleunigen.
Zu diesem Zweck hat Hager eine umfassende Nachhaltigkeitsrichtlinie entwickelt. Diese Richtlinie gründet auf den Ergebnissen unserer Wesentlichkeitsanalyse, in deren Rahmen die wichtigsten Themen in Bezug auf Umwelt, Soziales und Governance für unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Interessengruppen ermittelt wurden.
Um diese wesentlichen Themen strukturiert und nachvollziehbar anzugehen, wird die Richtlinie um eine Reihe spezieller Chartas und Erklärungen ergänzt. Jedes Dokument enthält eindeutige Grundsätze, Verpflichtungen und Leitlinien, die auf die spezifischen Bereiche der Auswirkungen zugeschnitten sind, damit wir in der gesamten Organisation und in unserer Wertschöpfungskette Einheitlichkeit und Übereinstimmung sicherstellen können. Das Rahmenwerk umfasst:
- Umwelt- und Energiecharta
- Ethikcharta
- Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
- Charta zu verantwortungsvoller Beschaffung
- Charta zur internen Mobilität
- Charta zur „Human Sustainability“
Diese Richtlinien werden vom Vorstand unterstützt und gelten für alle Entitäten, die in unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung einfließen. Intern werden sie über die Live!-Plattform von Hager und das Dokumentenmanagementsystem kommuniziert. Für Lieferanten und Geschäftspartner ist die Einhaltung dieser Grundsätze über den Verhaltenskodex für Lieferanten vertraglich vorgeschrieben.
Diese Grundsatzverpflichtungen (mit Ausnahme unserer Mobilitätscharta) gelten für alle unsere Betriebe, die Wertschöpfungskette und die Beziehungen zu den Lieferanten. Sie beruhen auf international anerkannten Standards wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den ILO-Übereinkommen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den Orientierungshilfen zur Sorgfaltspflicht der OECD.
Wir sorgen für eine regelmäßige risikobasierte Sorgfaltsprüfung im Einklang mit dem LkSG, einschließlich Lieferantenrisikoanalyse, zielgerichteter Berichterstattung von Konfliktmineralien, präventiven Maßnahmen (wie Mitarbeiterschulungen und Vertragsaktualisierungen) und formalen Beschwerdemechanismen.
Hager wendet das Vorsorgeprinzip durch systematische Risikobewertungen, standardisierte Kontrollen und robuste Schulungen an, um Schäden für Mensch und Umwelt proaktiv zu verhindern.
Bei Hager ist die nachhaltige Beschaffung ein strategischer Hebel für Resilienz, Innovation und langfristige Wertschöpfung.
Wir sind dabei, Nachhaltigkeit in jedes Glied unserer globalen Lieferkette zu verankern, d. h. von der Lieferantenauswahl bis zum Ende der Nutzungsdauer unserer Produkte. Dies erfolgt jeweils in Übereinstimmung mit unseren Dekarbonisierungs-Zielen und den Ethikstandards. Durch die Pflege partnerschaftlicher Beziehungen und die Übernahme von Verantwortung durch uns und unsere Partner bauen wir ein Lieferökosystem auf, das sowohl unsere Geschäftsziele als auch eine bessere Zukunft für die Menschen und den Planeten unterstützt.
03.5
Verantwortungsvolle Beschaffung
GRI 3-3 Wesentliche Themen
GRI 308-1 und 2 Umweltbewertung der Lieferanten
GRI 414-1 und 2 Soziale Bewertung der Lieferanten
ESRS 2 BP-2 Abs. 10 Allgemeine Angaben
ESRS G1-2 Abs. 15 Unternehmenspolitik
03.5.1
Unser Anspruch
Wir haben das Ziel, im Rahmen unserer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie und als Reaktion auf zunehmende Regulierung (z.B. CSDDD, LkSG) die lieferantenbezogenen Risiken bei der Beschaffung bis 2030 zu reduzieren. Diese Verpflichtung unterstützt eine verantwortungsvolle Beschaffung, die Resilienz der Lieferkette und nachhaltiges Wachstum.
Unser Programm konzentriert sich auf zwei Hebel: Dekarbonisierung der Lieferkette und Schutz von Ethik und Menschenrechten.
Dekarbonisierung
- Ziel: Reduzierung der Scope-3-Emissionen um 25 % bis 2030.
- Maßnahme: Erfassung der CO₂-Bilanz auf Produktebene, Nachverfolgung der Treibhausgasdaten in der Lieferkette und Nutzung der Ergebnisse zur Steuerung von Beschaffungsentscheidungen.
Ethik und Menschenrechte
- Ziel: Jeder Lieferant muss unserem Verhaltenskodex für Lieferanten zustimmen: Einkaufsverhalten, Ethik und nachhaltige Beschaffung.
- Maßnahme: Digitale Due-Diligence-Tools zur Überwachung der Einhaltung; Probleme oder Verstöße müssen umgehend gemeldet und behoben werden.
Diese Maßnahmen stärken die verantwortungsvolle Beschaffung2, die Resilienz der Lieferkette und langfristiges Wachstum. Gleichzeitig erfüllen sie das im Pariser Abkommen formulierte 1,5-Grad-Ziel. Zum Umfang unseres risikobasierten Ansatzes für nachhaltigere Beschaffung gehören indirekte Beschaffungsverfahren mit schrittweisem Onboarding der restlichen Einkaufsfunktionen.
03.5.2
Verhaltenskodex für Lieferanten
GRI 205-2 Antikorruption
Den Kern unserer Lieferantenbeziehungen bildet unser Verhaltenskodex für Lieferanten: ein Verhaltenskodex für den Einkauf, Ethik und nachhaltigere Beschaffung, der unsere E3-Prinzipien in klare und umsetzbare Anforderungen für alle unsere Partner übersetzt. Dieser Kodex beschreibt unsere Erwartungen hinsichtlich ethischen Verhaltens, sozialer Verantwortung und Umweltschutz und dient als Grundlage für Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen in unserem gesamten Lieferantennetzwerk. Er bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen in unserem gesamten Liefernetz.
Die Akzeptanz unseres Verhaltenskodex für Lieferanten ist ein obligatorischer Schritt im Onboarding-Prozess für Lieferanten und ist auch in unseren vertraglichen Vereinbarungen verankert. Im Jahr 2024 haben sich über 75 % von 215 ausgewählten Lieferanten3 offiziell zu unserem Verhaltenskodex für den Einkauf verpflichtet.
Verhaltenskodex für Lieferanten: Verhalten für den Einkauf, Ethik und nachhaltige Beschaffung
Unterzeichnung des Verhaltenskodex
Überwachung von Risiken in der Lieferkette
Nachhaltigkeitsbewertung ausgewählter Lieferanten mit hohem Risiko
(Administrative) Audits ausgewählter Lieferanten
Dialog mit den Lieferanten und Korrekturmaßnahmen
03.5.3
Management des Lieferkettenrisikos: Nutzung von KI zur Echtzeit-Überwachung von ESG-Risiken
Ein effektives Risikomanagement in der Lieferkette ist für die Sicherstellung der Integrität unserer E3-Strategie von entscheidender Bedeutung. Wir nutzen Sphera, ein KI-gestütztes ESG- und Compliance-Tool, um Verstöße gegen Menschenrechte, Arbeitsrechte und Umweltvorschriften im Rahmen unserer Beschaffungsaktivitäten zu identifizieren, zu bewerten und zu bekämpfen.
Sphera überwacht öffentlich zugängliche Daten, um potenzielle ESG-Risiken im Zusammenhang mit unseren Tier-1-Lieferanten, auf die mehr als 90 % unserer gesamten Beschaffungsausgaben entfallen, zu melden.
Bei potenziellen Verstößen wenden wir einen strukturierten vierstufigen Compliance-Prozess an:
- Identifizierung des Verstoßes
-
Risikokategorisierung
(niedrig, mittel, hoch) - Planung von Korrekturmaßnahmen
- Überwachung und Abschluss
Dieser Ansatz gewährleistet eine zeitnahe Reaktion und kontinuierliche Verbesserung in unserer gesamten Lieferkette.
Im Jahr 2024 überwachte unser Tool 2.075 aktive Lieferanten und meldete 61 potenzielle Verstöße. Davon wurden 56 Fälle als berechtigt bestätigt und Korrekturmaßnahmen eingeleitet.
Zum Zeitpunkt dieses Berichts sind 55 Fälle gelöst, während ein Fall mit hohen Auswirkungen noch aktiv behoben wurde.
Bemerkenswert ist, dass drei der identifizierten Fälle als schwerwiegend eingestuft wurden. Dieser Risikoüberwachungsprozess gewährleistet ein rechtzeitiges Eingreifen und bekräftigt unser Engagement für eine verantwortungsvolle Beschaffung.
Durch eine weitere Abstimmung unserer Beschaffungspraktiken mit unseren Nachhaltigkeitszielen verankern wir die EcoVadis-Kriterien in den Auswahlprozess für alle wichtigen RFX-Aktivitäten4.
Damit werden die Leistungen im Bereich Umwelt, Soziales und Governance zu Hauptkriterien bei der Lieferantenauswahl. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer verantwortungsvolleren und widerstandsfähigeren Lieferkette.
03.5.4
Risikosenkung in unserer Lieferkette: Nutzung von EcoVadis IQ Plus
Um die Resilienz unserer Lieferkette zu steigern und unsere E3-Standards einzuhalten, führen wir datengesteuerte Tools und Partnerschaften ein, mit denen unsere Lieferanten ihre Leistungen im Bereich Ethik und Umweltschutz verbessern können.
03.5.4.1
Integration von EcoVadis IQ Plus
- Dieses Tool stärkt unser abstraktes Risiko-Rahmenwerk mit einem strikten, an CSDDD und LkSG gekoppelten Modell.
-
Zu jedem Lieferanten erfolgt eine Bewertung in zweierlei Hinsicht:
- Risiko für die Nachhaltigkeit (Umwelt, Arbeitnehmer- und Menschenrechte, Ethik, nachhaltige Beschaffung), jeweils angepasst nach Branche und Land.
- Beschaffungsrisiko (Ausgaben, Kritikalität, andere interne Faktoren).
- Externe Datensätze, Live-Risikoscans und EcoVadis-Ratings werden miteinander kombiniert, um Lieferanten nach ihrem Risiko von sehr niedrig bis sehr hoch einzustufen.
Abdeckung und Ergebnisse
- Es wurden über 8.600 Lieferanten in 54 Ländern erfasst.
- 193 wurden als risikoreich eingestuft, wobei Einbindung und Korrekturmaßnahmen klare Priorität haben.
Umfang der Bewertung
- Direkte Beschaffung: Rohstoffe, Komponenten, Fertigerzeugnisse
- Indirekte Beschaffung/GRIBS: Betriebliche Güter und Dienstleistungen
- Logistik: Transport, Lagerung, Vertrieb
Durch gezielte Folgemaßnahmen, Zusammenarbeit und kontinuierliche Verbesserungen verwandeln wir diese Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zur Risikoeindämmung und für widerstandsfähigere, verantwortungsvollere Lieferketten.
Einbindung der Lieferanten auf Basis von EcoVadis IQ Plus
Wir wenden einen mehrstufigen, risikobasierten Ansatz an, um Lieferanten effektiv einzubinden:
- Hohes/sehr hohes Risiko: Priorisierung der Korrekturmaßnahmenpläne, wobei anhaltende Verletzungen zu einer Vertragsbeendigung führen können.
- Mittleres Risiko: Auf Grundlage der Ergebnisse der Scorecard sind Verbesserungen und fortlaufende Überwachung erforderlich.
- Geringes Risiko: Diese Lieferanten unterliegen Routineprüfungen und haben eine vereinfachte Scorecard zu übermitteln.
Dank dieser Struktur können wir unsere Bemühungen auf die Bereiche lenken, in denen die Risiken am größten sind, und gleichzeitig Lieferanten mit geringerem Risiko wirksam überwachen. Nach der Risikokartierung der über 8.600 Lieferanten haben wir 193 Lieferanten mit hohem Risiko ermittelt und ein Pilotprojekt gestartet, um deren Einbindung zu testen.
Bis Juni 2025:
- wurden 30 Lieferanten zur Teilnahme an der Scorecard-Kampagne von EcoVadis eingeladen
- sind 10 Scorecards eingegangen (eine enthielt eine Beurteilung der Sachverständigen, bei zweien kam es zu Änderungen an den Umfängen)
- sind acht in Arbeit
- lehnten vier Lieferanten die Teilnahme ab
Das ergibt eine Rücklaufquote von 61 %, was etwas über dem Branchendurchschnitt (46 %) liegt. Mit den verbleibenden acht Lieferanten werden wir weitere Schritte unternehmen, um Fortschritte sicherzustellen.
Die Pilotphase unterstrich die Bedeutung einer klaren, frühzeitigen Kommunikation, maßgeschneiderter Nachfolgemaßnahmen auf Grundlage der Reaktionen und eines definierten Prozesses für Lieferanten, die die Meldung verweigerten. Das Feedback der direkten und indirekten Beschaffungsteams dient nun als Leitfaden für künftige Verbesserungen.
Durch fortschrittliche Forschung und die Beteiligung an EU-weiten sowie nationalen Projekten tragen wir zur Entwicklung von Recyclinglösungen bei, die mit künftigen Verordnungen im Einklang stehen.
Unsere Partnerschaft mit Hager ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit mit Lieferanten die nachhaltige Transformation beschleunigen und einen gemeinsamen Wert in der gesamten Wertschöpfungskette hervorbringen kann.
03.5.4.2
Erfolgsgeschichten
Logistik:
Werner Schöndorf
Unser langjähriger Logistikpartner engagierte sich proaktiv im EcoVadis-Prozess und konnte nachweisen, wie Nachhaltigkeit durch gemeinsame Werte vorangebracht werden kann.
Dekarbonisierung:
Westlake Vinnolit
Im Jahr 2024 haben wir in unseren Produktlinien Tehalit und Bocchiotti konventionelles PVC durch GreenVin (auf Basis erneuerbarer Energien) ersetzt und konnten damit 32 % CO₂ pro kg senken. Dadurch wurden über 5.397 Tonnen Emissionen vermieden, was beweist, dass auch die Beschaffung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.
03.5.5
Sorgfaltspflicht zu Konfliktmineralien
Zur Aufrechterhaltung der verantwortungsvollen Beschaffung unterhalten wir ein rigoroses Programm zur Sorgfaltspflicht bei den Konfliktmineralien Zinn, Wolfram, Tantal und Gold (Tin, Tantalum, Tungsten, Gold – 3TG). In Zusammenarbeit mit Assent erfassen wir die Herkunft von 3TG in allen relevanten Produkten und fordern von den ermittelten Lieferanten die Vorlage des Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) der Responsible Minerals Initiative.
Dieser strukturierte Ansatz – Transparenz, Rückverfolgbarkeit und gemeinsame Risikominderung – entspricht internationalen Sorgfaltspflichtstandards, unterstützt künftige Verordnungen und stärkt unsere gemeinsame Verpflichtung mit den Lieferanten, dass Konfliktmineralien nicht in unsere Wertschöpfungskette gehören.
03.5.6
Unterstützung lokaler Lieferanten
GRI 204 Beschaffungspraktiken
Bei Hager ist die Unterstützung lokaler Gemeinschaften tief in unserer Identität als Unternehmen verwurzelt, das aus bescheidenen Anfängen hervorgegangen ist. Deshalb legen wir großen Wert darauf, in jedem Land, in dem wir tätig sind, starke Partnerschaften mit lokalen Lieferanten aufzubauen.
Durch die Stärkung lokaler Beziehungen fördern wir ein integratives Wirtschaftswachstum, stärken die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften und reduzieren die Umweltbelastung durch kürzere Lieferketten. Dieser Ansatz erhöht nicht nur unsere organisatorische Agilität, sondern schafft auch einen gemeinsamen Mehrwert für die Gesellschaft und die Umwelt.
Im Jahr 2024 flossen etwa 80 % unserer Beschaffungsausgaben an lokale Lieferanten in wichtigen Märkten wie Frankreich, Deutschland, Indien, China, Großbritannien, Italien, Spanien, der Schweiz und Polen.
Kampagne 2024
(etwa 95 % unserer Ausgaben in den 3TG-relevanten Kategorien) wurden gebeten, das CMRT auszufüllen.
Antwortrate
- 127 Lieferanten bestätigten, dass in ihren Teilen keine 3TG vorhanden sind.
- 72 Lieferanten meldeten entweder, dass sie keine 3TG einsetzen oder ihr Material ausschließlich von verifizierten konfliktfreien Schmelzanlagen beziehen.
Ein Durchbruch im Bereich nachhaltigere Energie kann nur entstehen, wenn wir über den Tellerrand blicken und echte Partnerschaften aufbauen.
Es geht darum, die richtigen Menschen und die richtigen Technologien miteinander zu verbinden – von der Energiespeicherung bis zu intelligenten Systemen –, um integrierte Lösungen zu entwickeln, die den Anforderungen von heute und den Zielen von morgen gerecht werden.
03.6
Die Energiewende vorantreiben durch Innovation und Zusammenarbeit
Im Rahmen unseres Engagements für die Gestaltung der elektrischen Welt von morgen setzt Hager seine Innovationen an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Technologie und Kundennutzen fort. Parallel zu unseren Partnerschaften im Bereich der nachhaltigen Beschaffung arbeiten wir mit wichtigen Akteuren der Energiewende zusammen und testen intelligente, dezentrale Systeme, die die Integration von für die Energiewende entscheidenden Systemen optimieren.
Dazu gehört auch unsere Zusammenarbeit mit der Audi AG, mit der wir gemeinsam das bidirektionale Laden erforschen – insbesondere die Vehicle-to-Home-Technologie (V2H). Seit 2020 testen die Hager Group und Audi, wie Elektrofahrzeuge wie der Audi e-tron als mobile Energiespeicher dienen können, die es Hausbesitzern ermöglichen, selbst erzeugte Solarenergie zu speichern und bei Bedarf wieder in ihre Häuser einzuspeisen. Dieses Projekt nutzt die fortschrittliche Ladeinfrastruktur von Hager und die Hauskraftwerkstechnologie von E3/DC, um die Netzstabilität zu verbessern, die Stromkosten zu senken und die Energieautarkie zu erhöhen.
In ähnlicher Weise hat E3/DC, eine Marke der Hager Group, eine Partnerschaft mit der Ford Motor Company geschlossen, um bidirektionales Gleichstromladen für die Elektromodelle von Ford wie den Explorer und den Capri zu ermöglichen. Diese Fahrzeuge können nun als Energiespeichererweiterungen für Gebäude dienen, die mit Energiespeichersystemen von E3/DC ausgestattet sind. Durch diese Zusammenarbeit kann überschüssige Solarenergie im Fahrzeug gespeichert und später wieder ins Haus eingespeist werden, was zur Entlastung des Stromnetzes beiträgt und die Nutzung erneuerbarer Energien fördert. Das Prosumer-Pilotprojekt in Benfeld ist ein weiteres Meilensteinprojekt, das zeigt, wie kollaborative Innovation sauberere, belastbarere Energiemodelle für die Zukunft hervorbringen kann.
Im Jahr 2024 hat Hager in enger Zusammenarbeit mit Socomec5 und Sovec6 ein wegweisendes Prosumer-Pilotprojekt im Socomec Innovation Centre in Benfeld, Frankreich, erfolgreich umgesetzt. Diese Initiative unterstreicht unser Engagement für die Förderung intelligenter, dezentraler Energiesysteme, die sowohl nachhaltig als auch widerstandsfähig sind.
Das Prosumer-Modell, definiert gemäß IEC 60364-8-827, verwandelt Gewerbegebäude sowohl in Energieerzeuger als auch in Energieverbraucher. Durch die Integration von Solarstromerzeugung, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und Energiespeicherung in ein einheitliches Managementsystem unterstützt dieser Ansatz einen optimierten Eigenverbrauch, Spitzenlastabdeckung, Energieautarkie und die Kontinuität der Betriebsversorgung.
Das Benfeld-Projekt dient als Demonstrator für die praktischen Vorteile dieses Modells. Im Laufe der Jahre 2024 und 2025 schritt das Projekt von der Installation und Inbetriebnahme zum Live-Betrieb voran, wobei Anwendungsfälle wie Eigenverbrauch, Netzverstärkung, Spitzenlastabdeckung und Inselbetrieb getestet wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse haben uns geholfen, die Interoperabilität des Systems, die Netzbeschränkungen und die Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen und die Lösung für eine breitere Einführung vorzubereiten.
Diese Initiative spiegelt auch die Stärke einer kollaborativen Wertschöpfungskette für Nachhaltigkeit wider. Durch die Bündelung der sich ergänzenden Kompetenzen von Hager, Socomec und Sovec haben wir ein synergetisches Ökosystem entwickelt, das mehr als die Summe seiner Teile leistet. Hager trug zu Energiemanagement- und EV-Ladelösungen bei, Socomec lieferte Energiespeicher- und Analysefunktionen und Sovec half mit Fachwissen im Bereich Elektroinstallation.
Dieser integrierte Ansatz beschleunigt Innovationen und stellt sicher, dass Nachhaltigkeit nach Möglichkeit in jeder Phase der Wertschöpfungskette verankert ist, vom Entwurf über die Bereitstellung bis hin zum Betrieb und zur Optimierung.
Über die technische Umsetzung hinaus dient das Projekt als Plattform für Innovation und Kundenbindung. Durch Besichtigungen vor Ort und Tests von Wertversprechen gestalten wir aktiv ein skalierbares Geschäftsmodell, das Stakeholdern wie Facility-Managern, Flottenbetreibern und Investoren die Möglichkeit gibt, eine aktive Rolle in der Energiewende zu übernehmen.
OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in Lieferketten aus Konflikt- und Hochrisikogebieten
Gemäß einem risikobasierten Ansatz konzentriert sich der aktuelle Umfang der Strategie für eine nachhaltige Beschaffung hauptsächlich auf die direkte Beschaffung. Das Ziel für die indirekte Beschaffung wird schrittweise eingeführt.
Lieferanten, die 80 Prozent unseres Jahresumsatzes abbilden.
Der RFX-Prozess umfasst die Schritte RFI (Request for Information), RFQ (Request for Quotation) und RFP (Request for Proposal).
Socomec ist ein 1922 gegründeter Industriepartner, der sich auf Design, Herstellung und Einführung von Lösungen für elektrische Geräte und Energieeffizienz spezialisiert hat. www.socomec.com
Sovec ist ein dienstleistungsorientiertes Partnerunternehmen, das sich auf Lösungen für Energieeffizienz, technische Instandhaltung und Anlagenmanagement spezialisiert hat und hauptsächlich im Gebäude- und Industriesektor tätig ist. www.sovec-entreprises.fr
IEC 60364-8-82 ist ein internationaler Standard, der von der International Electrotechnical Commission herausgegeben wird und Leitlinien für die Energieeffizienz elektrischer Anlagen in Gebäuden bereitstellt, wobei der Schwerpunkt auf Gestaltungsprinzipien, Überwachungs- und Steuerungsstrategien zur Optimierung der Gesamtenergieeffizienz liegt. www.iec.ch/std/60364-8-82