Umwelt: Klima- und Umweltschutz

06

Umwelt: Klima- und Umweltschutz

Anlässlich des ersten deutsch-französischen Klimaschutztages im Juni 2025 durften wir im Hager Forum über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, darunter Branchenführer, Wissenschaftler und Politiker, die Ideen für eine CO₂-neutrale Zukunft austauschten. Bei der von Klimaschutz-Unternehmen e.V. und der Hager Group gemeinsam ausgerichteten Veranstaltung ging es vorrangig um das Thema „Kreislaufbasierte Lösungen für Klima und Umwelt“.

In Foren unter der Leitung von Sachverständigen und in interaktiven Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer mit wichtigen Themen wie Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, Auswirkungen von künstlicher Intelligenz (KI) auf den ökologischen Wandel und nachhaltige Praktiken in der industriellen Produktion.

Anlässlich des ersten deutsch-französischen Klimaschutztages im Juni 2025 durften wir im Hager Forum über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, darunter Branchenführer, Wissenschaftler und Politiker, die Ideen für eine CO₂-neutrale Zukunft austauschten. Bei der von Klimaschutz-Unternehmen e.V. und der Hager Group gemeinsam ausgerichteten Veranstaltung ging es vorrangig um das Thema „Kreislaufbasierte Lösungen für Klima und Umwelt“.

In Foren unter der Leitung von Sachverständigen und in interaktiven Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer mit wichtigen Themen wie Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, Auswirkungen von künstlicher Intelligenz (KI) auf den ökologischen Wandel und nachhaltige Praktiken in der industriellen Produktion.

Unser Blue Planet Commitment fördert proaktive, vorausschauende Maßnahmen, die von der Überzeugung getragen sind, dass die proaktive Gestaltung der Zukunft wirkungsvoller ist als die Reaktion darauf.

Es ist auch ein Aufruf zum Handeln – zu einer gemeinsamen Reise, die alle Funktionen unseres Unternehmens sowie unsere Lieferanten und Partner einbezieht, um gemeinsam eine resiliente und nachhaltigere Zukunft aufzubauen.

Anaïs Zink
Environmental Sustainability Senior Manager and Blue Planet Commitment Programme Manager

06.1

Blue Planet Commitment

GRI 3-3 Wesentliche Themen
ESRS E1-2 Abs. 24 und Abs. 25 Klimawandel

Unser Blue Planet Commitment (BPC) ist der Aktionsplan für unsere ökologische Nachhaltigkeitsstrategie. Mit dieser Initiative möchten wir langfristige Werte für alle Interessengruppen schaffen und einen sinnvollen Beitrag für die Zukunft unseres Planeten leisten.

Erster Deutsch-Französischer Klimaschutztag im Hager Forum in Obernai, Frankreich – am 5. Juni 2025 trafen sich zu diesem Klimaschutztag, der vom Klimaschutz-Unternehmen e.V. organisiert wurde, über 200 Teilnehmer, darunter Geschäftsführer, Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger.

Basierend auf den Ergebnissen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse gliedert sich das BPC in vier strategische Säulen: Dekarbonisierung, Ökodesign, Transparenz und Energieeffizienz. Diese Verpflichtung stellt sicher, dass wir die mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen umweltbezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen proaktiv angehen. Sie dient auch als Leitfaden für viele Aspekte unserer Geschäftstätigkeit und Produktentwicklung.

Zur Unterstützung des BPC wurden allgemeine und funktionsspezifische Schulungsprogramme entwickelt, um kooperatives und inklusives Arbeiten zu fördern. Dabei wurden wesentliche Grundsätze der Nachhaltigkeit, die Sensibilisierung für den Unternehmens-CO₂-Fußabdruck und Best Practices am Arbeitsplatz berücksichtigt. Bis Ende 2024 haben fast 84 % unserer festangestellten Mitarbeiter1 die allgemeine Schulung abgeschlossen.

Wir haben auch spezielle Module für bestimmte Funktionen eingeführt, einschließlich Engineering- und Vertriebsteams, die sich auf Themen wie Ökodesign und Compliance konzentrieren.

Unser Blue Planet Commitment im Überblick

01

Energieeffizienz

Als Wegbereiter für die Energiewende unterstützen wir unsere Kunden auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit mit Lösungen, die ihren Energieverbrauch und ihre Treibhaus­gas­emissionen reduzieren.

02

Dekarbonisierung

Reduzierung unserer direkten und indirekten Treibhaus­gas­emissionen zur Eindämmung der Klimaerwärmung.

03

Ökodesign

Arbeit an nachhaltigeren Materialien für unsere Produkte; Förderung eines kreislauforientierten Produktansatzes.

04

Transparenz

Wir arbeiten mit angesehenen Unternehmen an Initiativen zur Nachhaltig­keits­bericht­erstattung und führen Lebens­zyklus­analysen unserer Produkte durch.

06.1.1

Unser Aktionsplan 2024/25

ESRS E1-2, Abs. 24 und Abs. 25 Klimawandel

Im Einklang mit der Unternehmensstrategie „Projekt 2030“ zielt unser derzeitiger Schwerpunkt darauf ab, die kurzfristige ökologische Attraktivität unseres Angebots zu verbessern und uns gleichzeitig auf die Herausforderungen vorzubereiten, die sich aus Beschränkungen im Bereich Klimawandel und Ressourcen ergeben.

Wir planen:

  • Verbesserung des ökologischen Profils unserer Lösungen durch eine höhere Transparenz von Produktdaten, ein verbessertes Ökodesign und eine eindeutige Kommunikation der Nachhaltigkeitserfolge.
  • Stärkung der organisatorischen Berücksichtigung zukünftiger Verordnungen und Standards durch die Integration von Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft und den Aufbau eines resilienten Plans zum Klimawandel.

2024 konnte Hager erhebliche Fortschritte in allen Bereichen des Blue Planet Commitment erzielen.

So konnten wir unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 20 % senken, da wir durch Initiativen zu erneuerbaren Energien und zur Energieeffizienz erhebliche CO₂-Einsparungen realisieren konnten.

Unsere Bemühungen zur Dekarbonisierung der Lieferkette ebnen nun den Weg für Möglichkeiten zur Senkung der Emissionen von eingekauften Waren. Mit der Integration von EcoVadis IQ Plus in unser Beschaffungsrisikomanagement stärken wir eine verantwortungsvolle Beschaffung.

Neue ökologisch gestaltete Produkte und Tools wurden eingeführt, um Kunststoffabfälle zu vermeiden und die Nachhaltigkeit weiter in unsere Produktentwicklung einzubinden. Gleichzeitig haben unsere Fortschritte in den Bereichen Daten und Digitalisierung die Transparenz mit erweiterter LCA-Abdeckung und Einbeziehung der Lieferanten verbessert.

Wir haben neue Verordnungen eingehalten und konnten unser internes Nachhaltigkeitsnetzwerk stärken. Für diese gemeinsamen Bemühungen haben wir die EcoVadis-Medaille in Platin erhalten, was unser ambitioniertes Bestreben unterstreicht.

In Zukunft liegt der Schwerpunkt unserer Bemühungen auf:
  • Aufbau einer leistungsfähigen nachhaltigen und ökologischen IT, um die Verfügbarkeit, Genauigkeit und Zugänglichkeit von Produktdaten für die regulatorische Berichterstattung und die Transparenz für Kunden zu gewährleisten.
  • Intensivierung der Bemühungen zur Verringerung der Scope-3-Emissionen, Verbesserung der Nachverfolgung von Emissionen und Erforschung von Möglichkeiten zur Einrichtung interner Preismechanismen mit CO₂-Äquivalenten, um Entscheidungen zur Dekarbonisierung in ausgewählten Geschäftsbereichen zu treffen.
  • Förderung nachhaltigerer Beschaffungsstrategien, Implementierung eines systematischen Ökodesigns für alle Produktlinien und Optimierung der Logistik zur Reduzierung der Umweltauswirkungen.
  • Start von Pilotprojekten für die Kreislaufwirtschaft und Formalisierung neuer Unternehmensregeln für kreislauforientierte Praktiken, um die Kreislaufwirtschaft in allen relevanten Geschäftsbereichen einzubinden.
Champions Workshop des Blue Planet Commitment in Obernai, Frankreich – im Jahr 2024 kamen 22 BPC Champions aus verschiedenen Geschäftsbereichen zu einem Teambuilding-Workshop zusammen.

06.2

Unser Klimawandel-Plan

ESRS E1 SBM-3 Abs. 19 Klimawandel
ESRS E1 IRO-1 Abs. 20 und Abs. 21 Klimawandel

Der Klimawandel-Plan von Hager bietet einen strukturierten Ansatz für das Management klimabezogener Risiken und die Identifizierung von Chancen für unser Geschäftswachstum. Der Plan konzentriert sich auf die kontinuierliche Überwachung unserer Treibhaus­gas­emissionen in all unseren Betriebsstätten und unterstreicht die Bedeutung des Verständnisses sowohl der physischen als auch der Übergangsrisiken sowie der Chancen, die sie für unser Unternehmen bieten.

Der Plan zeigt Wege auf, wie sich die Scope-1- und Scope-2-Emissionen durch Verbesserung der betrieblichen Energieeffizienz, Einführung eines gruppenweiten Energiemanagementsystems und saubere Energie verringern lassen, während gleichzeitig Scope-3-Emissionen durch die Gestaltung unseres Produktportfolios und die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Lieferkette angegangen werden können.

Neben der Verbesserung unserer eigenen Bilanz will Hager durch das Angebot von Lösungen, die zur Vermeidung von Emissionen beitragen, die weitere Dekarbonisierung unterstützen. Ein transparentes digitales Überwachungssystem, das durch die digitale Nachhaltigkeit von Hager und die regelmäßige Berichterstattung unterstützt wird, gewährleistet Verantwortung und kontinuierliche Verbesserung.

06.2.1

Physische Klimarisiken2

ESRS 2 IRO-1 Abs. 20 und Abs. 21 Klimawandel
ESRS E1-9 Abs. 66 Klimawandel

Seit 2023 führen wir in Zusammenarbeit mit FM Global3 physische Risikobewertungen unserer Geschäftstätigkeit durch, wobei der Schwerpunkt auf Standorten in der Fertigung und Logistik liegt. Die Bewertungen basieren auf einer Kombination aus technischen Daten, erhoben durch Standortbesuche, sowie verfügbaren wissenschaftlichen Daten zum Klimawandel.

Die daraus resultierende Analyse beinhaltet eine Aufschlüsselung von akuten und chronischen Risiken an den bewerteten Standorten. Die Risiken werden anhand von drei Szenarien für den Klimawandel mittels repräsentativer Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathway, RCP) bewertet, und das sowohl kurz- (2030) als auch mittel- und langfristig (2050).

RCP-Klimawandelszenarien beschreiben die Entwicklung der CO₂e-Konzentration in der Atmosphäre als Reaktion auf Treibhaus­gas­emissionen und die dadurch ausgelöste Strahlungsbelastung, die sich wiederum auf die globalen Temperaturen auswirkt. Für unsere Bewertung haben wir drei Szenarien herangezogen:

  • RCP 2,6 (gering) – Strahlungsbelastung ist auf 2,6 W/m² begrenzt

    Dieses Szenario ist der beste Fall für die Begrenzung der Auswirkungen auf den Klimawandel. Dies erfordert eine grundlegende Wende bei den Klimaschutzrichtlinien sowie ein gemeinsames Vorgehen weltweit zur drastischen Reduzierung der Treibhaus­gas­emissionen.

  • RCP 4,5 (mittel) – Strahlungsbelastung ist auf 4,5 W/m² begrenzt.

    In diesem Szenario wird von einer Stabilisierung der Treibhaus­gas­emissionen bis 2050 ausgegangen, die anschließend zurückgehen werden.

  • RCP 8,5 (hoch) – Strahlungsbelastung erhöht sich auf bis zu 8,5 W/m².

    Dieser Fall stellt ein mögliches Worst-Case-Szenario mit einem anhaltenden Anstieg der Treibhaus­gas­emissionen dar.

Wir haben zehn Standorte ermittelt, die einem erheblichen Klimarisiko ausgesetzt sind. Sie machen einen Immobilienwert von 823,8 Mio. € aus, was 28 % des gesamten Anlagenwerts unseres Unternehmens entspricht. Zu den Gefahren gehören Überschwemmungen, Regenwasser, Einsturzrisiken sowie Sturm und Frost. Daraufhin wurden standortspezifische Maßnahmen für die Klimaresilienz ergriffen, einschließlich Hochwassersperren, Schnee- und Frostnotfallplänen und Notfallmaßnahmen.

06.2.2

Klimabezogene Übergangsrisiken und -chancen

ESRS 2 IRO-1 Abs. 20 und Abs. 21 Klimawandel

Während physische Risiken die direkten Folgen des Klimawandels für die Geschäftstätigkeit von Hager aufzeigen, resultieren Übergangsrisiken aus neuen regulatorischen und technologischen Richtlinien und der Marktlandschaft im Zuge des weltweiten Wandels hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft.

Wir haben eine prospektive qualitative Analyse der Szenarien durchgeführt, um die wichtigsten Übergangsrisiken und Chancen in unseren Kern- und Übergangsaktivitäten zu analysieren. Wir entwickeln derzeit die Quantifizierung von ausgewählten Risiken und Chancen.

Die Analyse basiert auf den Klimakurven aus dem Sechsten Sachstandsbericht (Sixth Assessment Report, AR6) des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zur möglichen Entwicklung der Erderwärmung. Der Schwerpunkt liegt auf Szenarien, die mit dem Pariser Abkommen vereinbar sind, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und gleichzeitig Anstrengungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 °C bis 2100 zu unternehmen.

Diese integrierte Analyse der Risiken und Chancen stärkt unsere langfristige Resilienz und bildet die Grundlage für unsere laufende Transformation im Rahmen unseres Blue Planet Commitment.

Thema

Risiko

Chance

Marktveränderungen

Rückgang der Nachfrage nach traditionellen Produkten aufgrund des erwarteten Rückgangs beim Neubau, bedingt durch die begrenzte Urbanisierung und Energieeffizienzziele.

Neuausrichtung und Konzentration auf aufstrebende Märkte wie Renovierungen und Mietshäuser; Entwicklung modularer und vorgefertigter Produkte, die auf den neuen Lebensstil und die urbane Dichte zugeschnitten sind.

Rohstoffknappheit

Steigende Kosten und Schwachstellen in der Lieferkette für Kupfer, Stahl und Kunststoffe aufgrund regulatorischer Einschränkungen (EU-Emissionshandelssystem – EU-EHS; Carbon Border Adjustment Mechanism – CBAM), geopolitischer Spannungen und der steigenden Nachfrage nach kohlenstoffarmen Technologien.

Stärkung von Partnerschaften für recycelte oder sekundäre Materialien, Entwicklung kunststofffreier Produkte und Verbesserung der Kreislaufwirtschaft durch Rücknahmesysteme und Verträge zur stofflichen Verwertung mit Lieferanten und Kunden.

Vorschriften

Strengere EU-Umweltvorschriften für die Verwendung von Kunststoffen und neue Compliance-Anforderungen in Bezug auf Elektrifizierung, Brandschutz und Resilienz von Energiesystemen.

Innovationen durch intelligente Schutzsysteme, normgerechte Energielösungen und zukunftssichere Installationskomponenten.

Unterbrechung der Wertschöpfungskette

Risiko des Wegfalls des Zwischenhandels in der Vorfertigung und Konsolidierung elektrischer Installationen, wodurch traditionelle Vertriebskanäle umgangen werden könnten.

Entwicklung von Plug-&-Play-Lösungen, die weniger Fachwissen für die Installation erfordern, und Stärkung von Schulungen und digitalen Support-Diensten für Elektriker und Privatkunden; Erforschung neuer Partnerschaften mit Anbietern von vorgefertigten und Mobilitätslösungen.

Technologie und Marktwettbewerb

Risiko des Verlusts von Marktanteilen im Energiemanagement und in der Ladeinfrastruktur aufgrund von Neuanbietern, geringen Markteintrittsbarrieren und raschen Innovationszyklen.

Ausweitung des Energiemanagement-Angebots mit integrierten Hard- und Softwarelösungen, Eröffnung angrenzender Märkte (z. B. Laden von E-Motorrädern, Energiespeicherung aus gebrauchten Batterien) und Abschluss langfristiger Dienstverträge, um wiederkehrende Einnahmequellen zu schaffen.

Fertigungsanpassung

Technische und finanzielle Herausforderungen bei der Dekarbonisierung von Fertigungsprozessen und der Anpassung an neue Materialspezifikationen und Produktdesigns.

Priorisierung der Modularität, Verlängerung der Produktlebensdauer und sparsamer Materialeinsatz bereits in der Entwurfsphase; Investition in F&E, um Material zu ersetzen und intelligentes Design zu erreichen, mit dem sich sowohl Umwelt- als auch Leistungskriterien erfüllen lassen.

06.2.3

Bekenntnis zur SBTi

GRI 3-3 Wesentliche Themen
ESRS E1-1 Abs. 14 und Abs. 16 Klimawandel
ESRS E1-4 Abs. 32, Abs. 33 und Abs. 34 Klimawandel
ESRS 2 Abs. 80 Allgemeine Angaben

Sabine Busse auf dem Klimaschutztag 2025 im Hager Forum in Obernai.

Dekarbonisierung ist von entscheidender Bedeutung. Angesichts eines drohenden und unbestreitbaren globalen Klimanotstands müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, damit unsere Geschäftstätigkeit zu dem wesentlichen Ziel beiträgt, die Erderwärmung im Einklang mit dem Pariser Übereinkommen auf maximal 1,5 °C zu begrenzen.

Trotz einer alarmierenden Welle von Daten aus jüngster Zeit, die zeigen, wie wenig noch fehlt, bis wir diesen viel zitierten Schwellenwert überschreiten, bleibt unser Engagement für die Eindämmung des Klimawandels unverändert. Dementsprechend handeln wir in vielerlei Hinsicht, um unsere Dekarbonisierungs-Ziele im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) zu erreichen. Die SBTi hat bestätigt, dass unsere Zielvorgaben bei den Scope-1- und -2-Emissionen mit dem 1,5-Grad-Ziel im Einklang stehen und unsere Ziele in Bezug auf Scope 3 dafür sorgen, dass wir deutlich unter den 2 °C bleiben. Im Einklang mit diesen Verpflichtungen wollen wir unsere Scope-1- und -2-Treibhaus­gas­emissionen um 50 % und jene vom Typ Scope 3 um 25 % reduzieren – beides bis 2030 und jeweils im Vergleich zu unserem Basisjahr 2021. Diese Zielvorgaben wurden unter Anwendung des absoluten Kontraktionsansatzes gemäß den SBTi-Kriterien der Version 5.0 entwickelt und eingereicht. Unsere Treibhaus­gas­emissionen werden gemäß dem Corporate Standard des Treibhausgasprotokolls berechnet. Dafür kam der Konsolidierungsansatz der betrieblichen Kontrolle zum Einsatz, und es wurden 100 % der Emissionen der Tochtergesellschaften, die unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, einbezogen.

Unser Weg zur Verringerung der Treibhaus­gas­emissionen in tCO₂e (% der Entwicklung gegenüber dem Basisjahr)

06.2.4

Unsere Kohlenstoffbilanz

06.2.4.1

Methodologie

ESRS 2 BP-2 Abs. 10 Allgemeine Angaben
ESRS 1-4 Abs. 34 Klimawandel
GRI 305-1, 305-2, 305-3 und 305-5 Emissionen

Hager berechnet seine Kohlenstoffbilanz gemäß dem Treibhausgasprotokoll und berichtet dementsprechend darüber. Die organisatorische Abgrenzung unserer Kohlenstoffbilanz erfolgt anhand des „Kontrollansatzes“4, der alle in unseren Konzernabschlüssen einbezogenen Entitäten umfasst.

Die Vorräte umfassen Scope-1-Emissionen (direkte Emissionen aus eigenen und kontrollierten Geschäftsbereichen), Scope-2-Emissionen (indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie) sowie Scope-3-Emissionen (alle anderen indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette).

  • Unter Scope-1-Emissionen nehmen wir auch alle Emissionen durch Brennstoffe und die Emissionen der Firmenflotte auf.
  • Für die Scope-2-Emissionen berechnen wir die Emissionen sowohl nach standortbasierten als auch nach marktbasierten Methoden gemäß dem Treibhausgasprotokoll. Dabei kommen durchschnittliche Emissionsfaktoren für das lokale Stromnetz und die Emissionsfaktoren für die übrige Mischung zum Einsatz.
    Diese duale Berichterstattung bietet einen umfassenderen Überblick über die Emissionen aus der von uns eingekauften Energie, sodass die Interessengruppen die Auswirkungen unserer Bemühungen zur Beschaffung von erneuerbarer Energie und unserer langfristigen Energieinvestitionen besser beurteilen können.
  • Für die Scope-3-Emissionen bewerten wir alle wesentlichen Kategorien5, einschließlich erworbener Waren und Dienstleistungen (3-1), Investitionsgüter (3-2), Vorgelagerter Energie (3-3), Vorgelagerter Fracht (3-4), Abfälle (3-5), Reisen (3-6), Pendeln (3-7), Nachgelagerter Fracht (3-10), Nutzung verkaufter Produkte (3-11) und des Lebenszyklusendes verkaufter Produkte (3-12).

Bei der Berechnung unserer Emissionen berücksichtigen wir alle vom Kyoto-Protokoll abgedeckten Treibhausgase, einschließlich Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Distickstoffmonoxid (N₂O), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFKW), Schwefelhexafluorid (SF₆) und Stickstofftrifluorid (NF₃).

Alle berichteten Emissionen sind in CO₂-Äquivalenten angegeben, um Vollständigkeit und Vergleichbarkeit im Einklang mit internationalen Standards zu gewährleisten. Die Tätigkeitsdaten werden hauptsächlich aus Quellen wie Energiezählern, Kraftstoffrechnungen und Geschäftsreisedatensätzen erhoben und von unseren internen Datenmanagementsystemen unterstützt. Sofern keine Primärdaten verfügbar sind (z. B. zur Bestimmung des Stromverbrauchs einiger unserer Produkte über ihre Lebensdauer oder zur Neuberechnung des Gewichts aus eingekauftem Material), werden Sekundärdaten herangezogen (wie z. B. Branchenmittelwerte oder Hochrechnungen), wobei die Quelle und Methodologie für jeden Fall dokumentiert werden müssen.

Emissionen werden durch Multiplikation der Tätigkeitsdaten mit standardisierten Emissionsfaktoren berechnet, die aus seriösen Datenbanken wie Ecoinvent6, ADEME7, EIME8, IEA9 und AIB stammen10. Sofern lieferanten- oder produktspezifische Daten zur Kohlenstoffbilanz verfügbar sind, fließen diese ebenfalls ein, um die Genauigkeit zu verbessern. Die Auswahl der Emissionsfaktoren wird jährlich auf ihre wissenschaftliche Genauigkeit und regionale Bedeutung überprüft.

Richtlinie zur Neuberechnung:

Gemäß den Standards nutzen wir in unserer Nachhaltig­keits­bericht­erstattung Folgendes:

  • GRI-Emissionsstandard: GRI 305: Emissionen
  • ESRS E1
  • das Treibhausgasprotokoll

Der Konzern verpflichtet sich, seine Kohlenstoffbilanz jeweils neu zu berechnen, wenn erhebliche strukturelle, methodische oder datenbezogene Veränderungen eingetreten sind. Dazu gehören Fusionen, Übernahmen, verbesserte Emissionsfaktoren oder Fehlerkorrekturen. Unser festgelegtes Basisjahr 2021 bleibt bestehen und wird nur dann angepasst, wenn sich Änderungen wesentlich auf die Emissionsdaten auswirken. Sämtliche Neuberechnungen werden, wie nachstehend angeführt, dokumentiert, geprüft und in unserem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht transparent offengelegt.

Die Berechnung unserer Kohlenstoffbilanz wird einem robusten internen Überprüfungsprozess unterzogen. Dabei werden die Daten von unserem Nachhaltigkeitsteam validiert, um deren Vollständigkeit und Genauigkeit zu gewährleisten. Darüber hinaus werden unsere Berechnungsmethoden, Emissionsfaktoren und konsolidierten Ergebnisse mit Unterstützung unseres externen Beraters Carbone 4 entwickelt und überprüft.11

In diesem Jahr haben wir zudem einen Dritten mit der Durchführung einer begrenzten Prüfung unserer Kohlenstoffbilanz für 2024 und unseres Basisjahres 2021 beauftragt, um die Glaubwürdigkeit und Transparenz unserer Klimaberichterstattung zu stärken.

Alle Änderungen an der Methodologie, den Emissionsfaktoren oder Grenzen der Berichterstattung gegenüber früheren Jahren sind in unseren Angaben klar hervorgehoben und erläutert, um Vergleichbarkeit und Transparenz zu wahren. Hager engagiert sich für die laufende Verbesserung unserer Datenqualität, den Ausbau von Primärdatenquellen und die kontinuierliche Verbesserung unserer Rechenschaftsprozesse in Bezug auf die Kohlenstoffbilanz. Darüber hinaus richten wir derzeit systematische interne Kontrollen ein, um die Erhebung, Validierung und Meldung von Daten in allen Geschäftsbereichen zuverlässiger zu gestalten.

Im Rahmen dieses Ansatzes der kontinuierlichen Verbesserung konnten wir auch bestimmte Lücken ermitteln, die wir aktiv angehen.

In der Kategorie Verwendung verkaufter Produkte (3-11) setzen wir weiterhin Datenqualitätskontrollen und digitale Tools ein, um sicherzustellen, dass die CO₂-Auswirkungen unserer Produktreferenzen korrekt modelliert werden. Es besteht ein Abhilfeplan, um schrittweise bessere Hochrechnungsszenarien anzuwenden und nach Möglichkeit Primärdaten einfließen zu lassen.

In der Kategorie Erworbene Waren und Dienstleistungen (3-1) sind zwar einige Lieferantendaten möglicherweise nicht verfügbar und müssen daher hochgerechnet werden, jedoch arbeiten wir an einer Verbesserung der Qualität und Beschaffung der Daten, indem wir unsere Methodologie durch eine stärkere Integration von Lieferantendaten und eine Verbesserung der Genauigkeit von Stammdaten stärken.

In der Kategorie Nachgelagerte Fracht (3-10) planen wir, die Liefertypen und Versandbedingungen genauer zu definieren und die Gruppe an Emissionsfaktoren zu aktualisieren. Diese Abhilfepläne werden in unserem nächsten Berichtszyklus, d.h. ab dem ersten Quartal 2026, umgesetzt.

06.2.4.2

Unser Basisjahr 2021

GRI 2-4 Allgemeine Angaben
GRI 305-1 bis 305-3 und 305-5 Emissionen
ESRS E1-6 Abs. 47 Klimawandel
ESRS 2 BP-2 Abs. 14 Allgemeine Angaben

Wir haben 2021 als unser Basisjahr für die Überwachung und Kontrolle des Fortschritts der Dekarbonisierung bei Hager ausgewählt, da wir in diesem Jahr zum ersten Mal einen robusten Datenerhebungsprozess und entsprechende Kontrollen eingeführt haben, mit denen korrekte und vollständige Emissionsdaten über alle relevanten Scopes hinweg erhoben werden konnten. Seitdem haben wir die Qualität, Granularität sowie Verfügbarkeit der Angaben zu den Kohlenstoffen erheblich verbessert. Dank dieser Verbesserungen konnten wir die Methodologie, die wir in unseren Berechnungen zur Kohlenstoffbilanz eingesetzt hatten, neu bewerten und verfeinern, um den aktuellen Grad an Genauigkeit und Reife unseres Ansatzes für das Emissionsmanagement besser widerspiegeln zu können.

Im Rahmen dieses fortlaufenden Prozesses zur Verbesserung von Genauigkeit und Konsistenz stellten wir bei unserer letzten Überprüfung fest, dass bestimmte zuvor angewendete Methodologien nicht mehr angemessen waren.

Folglich haben wir unseren Ansatz für 2024 überarbeitet und eine Neuberechnung der historischen Daten durchgeführt, um die methodische Einheitlichkeit und die Vergleichbarkeit zum entsprechenden Vorjahr zu gewährleisten. Die wesentlichsten Änderungen der Methodologie betrafen die Scope-3-Emissionen, die nun eine solidere und realistischere Bewertung der Auswirkungen unserer Wertschöpfungskette auf das Klima ermöglichen.

Für die Kategorie Verwendung verkaufter Produkte (3-11) haben wir die in der Vergangenheit genutzten vereinfachten Annahmen, die auf Leistungsabfall und aktiven Phasen basieren, durch ein neues internes Tool ersetzt, das den Energieverbrauch der Betriebsphase realistischer berechnet, und damit unser Hochrechnungsmodell für eine präzisere Berechnung aktualisiert. Zudem haben wir die Qualität der in unseren Berechnungen verwendeten Daten verbessert, indem wir die Anzahl der Quellen erhöht und mehr Vergleiche durchgeführt haben. Das führte zu einer deutlichen Erhöhung der von uns berichteten Emissionen für diese Kategorie. Um möglichst realitätsnah zu bleiben, verwenden wir außerdem Emissionsfaktoren und langfristige Stromnetzprojektionen der Internationalen Energieagentur (IEA).

Diese auf das Stated Policies Scenario12 (STEPS) gestützten Prognosen ermöglichen es uns, erwartete Veränderungen des nationalen Strommixes über die gesamte Lebensdauer unserer Produkte, jeweils basierend auf den Ländern, in denen sie verkauft werden, zu berücksichtigen. Wir aktualisieren diese erhaltenen Daten jährlich, um sie an die neuesten Markttrends und die Wege für eine Energiewende anzupassen.

Für direkte Einkäufe von Waren und Dienstleistungen (3-1) haben wir die Beschaffungsunterlagen verbessert und unseren Ansatz über die reine Nutzung von SAP-Daten und generischen Lieferantenfaktoren hinaus erweitert. Nun fließen hier direkte Angaben von Einkäufern und Lieferanten ein.

Zu weiteren Verbesserungen zählen:

  • Eine umfassende Integration aller Kosten für Geschäftsreisen.
  • Der Einsatz echter Daten zur Batteriekapazität in unseren Kategorien Einkauf, Verwendung verkaufter Produkte und Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebenszyklusende.
  • Aktualisierung der Emissionsfaktoren, einschließlich des Emissionsfaktors für die verkauften Produkte an deren Lebenszyklusende, was zu einer Senkung von 220 kt CO₂e in dieser Kategorie führt (3-12)

Insgesamt haben diese Veränderungen zu einer erhöhten Transparenz und Datengenauigkeit geführt, und wir konnten unsere Scope-3-Emissionen im Vergleich zu unseren ursprünglichen SBTi-Ausgangswerten um mehr als 740 kt CO₂e reduzieren.

Basiswert Treibhaus­gas­emissionen

Quelle der Emissionen
(Treibhausgasprotokoll)

2021 SBTi
tCO₂e

2021 korrigiert
tCO₂e

Scopes 1 und 2

1

Scope 1

26.646

27.754

2-1

Scope 2 – standortbasiert

32.564

33.632

2-2

Scope 2 – marktbasiert

Entfällt

17.729

Gesamt Scopes 1 und 2 – standortbasiert

59.210

61.385

Gesamt Scopes 1 und 2 – marktbasiert

Entfällt

45.483

Scope 3 –
vorgelagert

3-1

Erworbene Waren und Dienstleistungen

628.032

490.496

3-2

Investitionsgüter

31.641

6.578

3-3

Vorgelagerte Energie

13.258

13.685

3-4

Vorgelagerte Fracht

51.151

30.453

3-5

Abfälle

3.125

3.125

3-6

Reisen

9.691

6.664

3-7

Pendeln

24.642

25.410

Gesamt Scope 3 – vorgelagert

761.540

576.412

Scope 3 –
nachgelagert

3-10

Nachgelagerte Fracht

15.686

30.395

3-11

Nutzung verkaufter Produkte

1.648.876

1.300.428

3-12

Lebenszyklusende verkaufter Produkte

239.818

13.481

Gesamt Scope 3 nachgelagert

1.904.380

1.344.305

Gesamt Scope 3

2.665.920

1.920.717

Gesamt

Alle Emissionen – standortbasiert

2.725.130

1.982.102

Alle Emissionen – marktbasiert

Entfällt

1.966.200

06.2.4.3

Überblick über die Entwicklung der Emissionen

GRI 305-1 bis 305-3 Emissionen
ESRS E1-6 Abs. 44, Abs. 48, Abs. 49, Abs. 51 und Abs. 52 Klimawandel

Bis 2024 konnten wir eine Senkung von 20 % unserer standortbasierten Scope-1- und -2- Treibhaus­gas­emissionen im Vergleich zum Basisjahr 2021 erreichen. Dies bestätigt, dass wir im Hinblick auf die Erfüllung unserer SBTi-Verpflichtung auf Kurs bleiben. Für Scope 3- Emissionen zeigt unsere neueste Bewertung, die auf einer deutlich verbesserten und belastbareren Berechnungsmethode basiert, eine Senkung von 23 % gegenüber dem Ausgangswert. Im letzten Jahr hatten wir noch einen Anstieg von einem Prozent verzeichnet.

Wir sind uns bewusst, dass die Veränderung im Bereich der Scope-3-Emissionen primär auf eine verbesserte Datenqualität, methodische Aktualisierungen, eine Verringerung der erzeugten Mengen und die globale Dekarbonisierung des Stromnetzes zurückzuführen ist und nicht auf die Auswirkungen neuer Maßnahmen zu ihrer Senkung.

Um unseren Bemühungen, unserem Engagement und unserer Transparenz treu zu bleiben, werden wir weiterhin die aktive Dekarbonisierung unserer Wertschöpfungskette verfolgen, unsere Zielvorgaben zum SBTi neu ausrichten und uns dabei weiterhin auf glaubwürdige und messbare Fortschritte fokussieren.

Kohlenstoffbilanz des Unternehmens 2024

Kohlenstoffbilanz der Hager Group

1535  ktCO₂e

Unsere Treibhaus­gas­emissionen

2021

2022

2023

2024

Emissionen (ktCO₂e)

Emissionen (ktCO₂e)

Änderung gegenüber dem Basisjahr

Emissionen (ktCO₂e)

Änderung gegenüber dem Basisjahr

Emissionen (ktCO₂e)

Änderung gegenüber dem Basisjahr

Scope 1

27,8

25,1

-10%

22,2

-20%

17,8

-36%

Scope 2 (standortbasiert)

33,6

31,9

-5%

30,3

-10%

31,0

-8%

Scope 2 (marktbasiert)

17,7

18,0

1%

21,5

21%

57,2

223%

Scopes 1 and 2 (standortbasiert)

61,4

57,0

-7%

52,5

-14%

48,8

-20%

Scope 1 and 2 (marktbasiert)

45,5

43,1

-5%

43,7

-4%

75,0

65%

Scope 3

1.920,7

1.736,2

-10%

1.673,6

-13%

1.486,4

-23%

Zu den nennenswerten Initiativen im Jahr 2024 gehören:

Huizhou

In Huizhou haben wir eine Fotovoltaikanlage mit einer Kapazität von 618 kW in Betrieb genommen, die eine jährliche Erzeugungskapazität von 613 MWh hat. Mit dieser Anlage können wir die CO₂e-Emissionen um rund 370 Tonnen pro Jahr senken, was sechs Prozent der jährlichen Gesamtemissionen des Standorts entspricht.

Telford, UK

In unserer Einrichtung in Telford haben wir eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 450 kW in Betrieb genommen und verbesserten damit unsere Bilanz bezüglich erneuerbarer Energien in Großbritannien erheblich. Die daraus resultierende Senkung der Emissionen wird auf 93 Tonnen CO₂e pro Jahr geschätzt, was 25 % der Gesamtemissionen des Standorts entspricht.

Vendenheim

In unserem Logistik-Hub in Vendenheim hat Hager erheblich in nachhaltigere Infrastruktur investiert, unter anderem in eine Biomasse-Heizung und Ladestationen für elektrische LKWs. Diese Initiativen ermöglichen zusammen eine jährliche Senkung von über 400 Tonnen CO₂e-Emissionen.

Emmenbrücke

An unserem Standort Emmenbrücke sind wir von einer herkömmlichen Gas- und Ölheizung zu einer modernen Fernwärmelösung übergegangen. Diese Veränderung soll jährlich zu einer Einsparung von rund 240 Tonnen CO₂e-Emissionen führen.

06.2.5

Dekarbonisierungsplan

ESRS E1-1 Abs. 14 und Abs. 16 Klimawandel
ESRS 2, Abs. 68 und Abs. 69, Allgemeine Angaben
ESRS E1-3 Abs. 26, Abs. 28, Abs. 29 Klimawandel
GRI 305-5 Emissionen

Hager hat mithilfe harmonisierter, unternehmensweiter Datensätze Prognosen zu den Scope-1-, -2- und -3-Treibhaus­gas­emissionen erstellt. Diese integrierte Methodologie gewährleistet eine konsistente und korrekte Abbildung unseres gesamten Emissionsprofils.

Auf Grundlage dieser Prognosen und einer detaillierten Analyse der Emissionsquellen konnten wir systematisch die wichtigsten Hebel für die Dekarbonisierung ermitteln, die zur Erfüllung unserer Klimazielvorgaben erforderlich sind.

Um in unserer Berichterstattung Einheitlichkeit und Transparenz zu gewährleisten, werden alle unternehmensspezifischen Daten zu unseren Emissionen vollständig mit den Konzernkennzahlen abgeglichen. Dies ermöglicht eine robuste und verlässliche Verfolgung unserer Fortschritte im Vergleich zu den Umweltzielen des Unternehmens.

Die Verbesserung unserer Umweltbilanz beginnt mit klaren Prioritäten – Emissionen reduzieren, Effizienz steigern und überwachen, was wirklich wichtig ist.

Im Jahr 2024 haben wir wesentliche Fortschritte erreicht, indem wir unsere Investitionen in eine kohlenstoffeffiziente Infrastruktur mit intelligenterem Energieverbrauch an allen unseren Standorten kombiniert haben. Gleichzeitig vertiefen wir unsere Überwachung der Schadstoffe und besorgniserregenden Stoffe, denn bei nachhaltigerer Herstellung geht es sowohl um sicherere und sauberere Betriebe als auch um Kohlenstoffeinsparungen.

Michel Voinson
Manufacturing Programme Senior Manager and Programme Lead for Scope 1 and 2 Decarbonisation

06.2.5.1

Dekarbonisierungsplan in Bezug auf die Scope-1- und -2-Emissionen

Um unsere Verpflichtung einzuhalten, die Scope-1- und -2-Emissionen bis 2030 um 50 % zu senken, haben wir einen detaillierten Maßnahmenplan entwickelt, der sich auf drei strategische Säulen stützt:

Verbesserung der Energiemanagementsysteme

Zur Optimierung unseres Energieverbrauchs setzen wir einen standardisierten Prozess des Energiemanagements unter dem Titel HPS 2.0 um. Dieser Prozess ist nach ISO 50001 zertifiziert und gewährleistet eine konsistente Überwachung und Kontrolle des Energieverbrauchs in allen Fertigungsstandorten.

Darüber kommen digitale Lösungen zum Einsatz, um Echtzeit-Energiedaten zu verfolgen. Das ermöglicht ein effizienteres Management und schnellere Entscheidungsfindungen zur Abfallreduzierung und Verbesserung der Gesamtleistung des Systems.

Investitionen in kohlenstoffeffiziente Lösungen

Wir investieren erheblich in die Elektrifizierung und Effizienzsteigerung energieverbrauchender Prozesse in den Fertigungsanlagen, Gebäuden und Versorgungseinrichtungen. Dazu gehört auch die Modernisierung von Ausrüstungen und Systemen, um die Kohlenstoffemissionen zu senken. Zudem unterstützt die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen vor Ort, insbesondere die Nutzung von Solarpaneelen, den Übergang zu saubereren Energiequellen und verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Beschaffung erneuerbarer Energien

Unser Engagement für Nachhaltigkeit zeigt sich auch durch die Beschaffung von erneuerbarem Strom aus Solarpaneelen und Windrädern. Daneben werden alternative erneuerbare Ressourcen wie Biomethan, Biomasse und Abwärme ergänzend zur Deckung des Energiebedarfs eingesetzt und tragen so zu einem diversifizierten und umweltfreundlicheren Energieportfolio bei.

Auf der Grundlage des Dekarbonisierungsplans für unsere Scope-1- und -2-Emissionen haben wir bereits erhebliche Investitionen in unsere Fertigungstätigkeiten vorgenommen.

Senkung der CO₂-Emissionen über die Jahre 2021-2030, pro Haupthebel – in tCO₂-e

30.7 ktCO₂e

Emissionen

-50%

Emissionsminderung

06.2.5.2

Dekarbonisierungsfahrplan und -hebel für Scope-3-Emissionen

Im Jahr 2025 wird Hager einen umfassenden Fahrplan für die Dekarbonisierung der Scope-3-Emissionen vorlegen. Der Fahrplan unterstützt unser Ziel, bis 2030 eine Senkung der Scope-3-Emissionen um 25 % gegenüber unserem Basisjahr 2021 zu erreichen.

Einweihung der neuen Kältezentrale in Blieskastel, Deutschland – im Juni 2025 weihte Hager eine neue Kältezentrale ein, die über ein effizientes Kühlsystem verfügt und jährlich mehr als 220 Tonnen CO₂ einspart. Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, und weitere politische Vertreter nahmen an der Eröffnungsveranstaltung teil.

Wir haben bereits gezielte Maßnahmen zur CO₂e-Senkung eingeleitet und priorisieren dabei unsere beiden größten Emissionsquellen: Erworbene Waren und Dienstleistungen sowie die Nutzung der verkauften Produkte. Unsere Maßnahmen und unser Fahrplan basieren auf den folgenden strategischen Hebeln, zu denen ermittelt wurde, dass sie zur Verringerung der vor- und nachgelagerten Emissionen in unserer Wertschöpfungskette führen:

  • Produktoptimierung durch kohlenstoffarmes Design

    Reduzierung der in unsere Produkte eingebetteten Emissionen13 durch Ökodesignstrategien mit Fokus auf Rohstoffe und Bauteile. Dazu gehören die Verringerung des Bauteilgewichts, die Integration kohlenstoffarmer Stoffe wie recycelter Kunststoffe und Partnerschaften mit den Lieferanten zur Dekarbonisierung ihrer Geschäftstätigkeit, insbesondere durch die Beschaffung von erneuerbaren Energien und eine verbesserte Berichterstattung zu Emissionen. Diese Maßnahmen gelten sowohl für die Entwicklung neuer Produkte als auch für die Optimierung bestehender Produktlinien.

  • Effizienz in der Produktnutzungsphase

    Angesichts der erheblichen Emissionen, die während der Nutzungsphase unserer Produkte entstehen, verbessern wir die Energieeffizienz durch gezielte Designverbesserungen. Ziel ist es, den Energieverbrauch und den Leistungsverlust über die gesamte Lebensdauer unserer Lösungen zu reduzieren und damit die Kohlenstoffbilanz unserer Kunden direkt zu senken.

  • Integration von Szenarien zur Netzdekarbonisierung

    Um der zukünftigen Dekarbonisierung von Stromsystemen Rechnung zu tragen, beziehen wir in unsere Produktverträglichkeitsprüfungen auch Prognosen über die Emissionsintensität der nationalen Netze ein. Diese Prognosen basieren auf glaubwürdigen internationalen und nationalen Szenarien der Energiewende, die mit den Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) im Einklang stehen und sicherstellen, dass die prognostizierten Emissionen aus der Produktnutzung die Entwicklung der Energiemixe in unseren Märkten widerspiegeln.

  • Kohlenstoffarme Logistik und Vertrieb

    Durch eine strukturierte Transformation unserer Logistikaktivitäten reduzieren wir nachgelagerte Emissionen im Transportsektor. Dazu gehören die Verlagerung des Güterverkehrs von der Luft auf die See, der Übergang vom Straßen- zum Schienenfernverkehr, eine Verbesserung der Lastfaktoren, die Minimierung des Energieverbrauchs über mehrere logistische Aktivitäten hinweg und der verstärkte Einsatz kohlenstoffarmer Transportlösungen wie Elektrofahrzeuge und alternative Brennstoffe.

  • Management von geschäftlichem Wachstum und Skalierung der Aktivitäten

    Mit dem weiteren Wachstum von Hager werden sich die Emissionen im Zusammenhang mit den Scope-3-Emissionskategorien durch Veränderungen bei den Verkaufsmengen, der Anzahl an Mitarbeitern und den globalen Logistikströmen verändern. Um die Integrität unserer Zielvorgaben zu wahren, passen wir die Prognosen der Emissionen an das Geschäftswachstum an. So ist sichergestellt, dass sowohl absolute als auch intensitätsbasierte Senkungsziele robust und glaubwürdig bleiben.

  • Nachhaltigere(s) Pendeln und Mobilität im Unternehmen

    Neben den Hebeln, zu denen bereits Maßnahmen ergriffen wurden, erkunden wir Möglichkeiten, wie wir mobilitätsbezogene Emissionen reduzieren können, indem wir kohlenstoffarme Pendelmöglichkeiten wie Fahrgemeinschaften und öffentliche Verkehrsmittel fördern. Ebenso erwägen wir, unsere Verfahren für Geschäftsreisen zu überarbeiten, um die Abhängigkeit vom Flugverkehr zu verringern und Alternativen mit niedrigeren Emissionen, wie etwa Bahnreisen, zu fördern.

Einer der wichtigsten Hebel steht in direktem Zusammenhang mit den Elektro- und Elektronikgeräten (WEEE), die wir in den Markt bringen. Im Jahr 2024 haben wir etwa 380 Millionen Elektro- und Elektronikprodukte mit einem Gesamtgewicht von rund 100 Kilotonnen verkauft. Trotz des Rückgangs bei Absatzmenge und Gesamtgewicht im Vergleich zu den Vorjahren stellt dies weiterhin ein beträchtliches Volumen an WEEE dar. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, kohlenstoffarme Designansätze sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz systematisch in die Produktentwicklung zu integrieren.

Gewicht der in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte (Tonnen)
2021 115.325
2022 113.148
2023 108.359
2024 99.716

Im Einklang mit den ermittelten Hebeln arbeiten wir aktiv mit vorgelagerten Partnern zusammen, um eingebettete Emissionen bei den erworbenen Waren und Dienstleistungen zu reduzieren. Diese Bemühungen zeigen bereits jetzt Senkungen bei den Emissionen in der Wertschöpfungskette, insbesondere durch den Einsatz von recycelten und auf erneuerbaren Energien basierenden Materialien.

Ein bemerkenswerter Erfolg ist unsere strategische Partnerschaft mit Westlake Vinnolit14, einem führenden Anbieter von PVC15 (Polyvinylchlorid). Durch diese Zusammenarbeit beziehen wir nun Green Vin, ein kohlenstoffreduziertes PVC, das unter Verwendung von zertifiziert erneuerbarem Strom hergestellt wird. Diese Initiative hat zu einer 32%igen Senkung der Kohlenstoffbilanz pro Kilogramm PVC geführt, was insgesamt zu einer Verringerung von 5.397 t CO₂e aus unseren direkten Einkäufen beigetragen hat. Da wir die Produktleistung aufrechterhalten und gleichzeitig die Emissionen deutlich senken, bekräftigt dieser Meilenstein unser Ziel, den Einsatz nachhaltigerer Rohstoffe in allen Produktkategorien anzuheben.

06.2.6

Vermiedene Emissionen

Vermiedene Emissionen bezieht sich auf die Vorbeugung von Treibhaus­gas­emissionen im Vergleich zu einem Referenzszenario. Dieser Vergleich umfasst zwei Situationen: ein Grundszenario, bei dem diejenigen Treibhaus­gas­emissionen geschätzt werden, die entstehen würden, wenn das Projekt nicht durchgeführt wird, und ein Projektszenario, in dem die Emissionen, die durch Bestehen des Projekts entstehen, gezeigt werden. Ein Projekt gilt nur dann als zur Vermeidung von Emissionen geeignet, wenn es zwischen den beiden Szenarien zu einer Nettoverringerung der CO₂e führt.

Wir bei Hager wissen, dass es für unsere Nachhaltigkeitsstrategie und langfristige Wertschöpfung wesentlich ist, unsere Kunden zu befähigen, ihre Energieeffizienz zu verbessern. Wir bieten innovative Lösungen, maßgeschneidertes Fachwissen und engagierte Unterstützung, damit unsere Kunden ihren Energieverbrauch optimieren, ihre Kosten senken und ihre Umweltbilanz verbessern können.

Durch die Integration energieeffizienter Technologien, datenbasierter Erkenntnisse und laufender Partnerschaften helfen wir unseren Kunden dabei, behördliche Anforderungen zu erfüllen, ihre eigenen Energie- und Klimaziele zu erreichen und damit gemeinsam zum Übergang hin zu einer kohlenstoffarmen und ressourcenschonenden Wirtschaft beizutragen.

Eine Bewertung der Energie- und Treibhausgaseinsparungen unserer Lösungen ist bei Hager weder angelegt noch wird diese systematisch verfolgt. Erste Schätzungen zeigen jedoch, dass die Produkte von Hager Endverbraucher in die Lage versetzen, Emissionen insbesondere durch Effizienz und kohlenstoffarme Energie zu vermeiden.

Bewegungsmelder und manuelle Schalter senken beispielsweise den Stromverbrauch in Gebäuden, indem sie die Beleuchtung je nach Anwesenheit oder anhand von Zeitplänen, insbesondere außerhalb der Arbeitszeiten, steuern. Programmierbare Thermostate optimieren den Einsatz von Heizung bzw. Klimaanlagen und führen damit zu einer Senkung des Energieverbrauchs und der damit verbundenen Emissionen. Schaltvorrichtungen verlagern den Stromverbrauch außerhalb der Stoßzeiten, wenn die Kohlenstoffintensität geringer ist, und unterstützen damit weiter die Vermeidung von Emissionen. Diese Produkte sorgen zusammen für messbare Vorteile, insbesondere wenn sie in bestehenden Gebäuden installiert werden.

Zusätzlich zu den von Hager entwickelten Lösungen lassen sich die Umweltauswirkungen durch das Angebot zweier unserer Tochtergesellschaften noch weiter einschränken, die ergänzende Dienstleistungen zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Emissionsvermeidung erbringen. Mit digitalen Tools, Echtzeitüberwachung und Orientierungshilfen von Sachverständigen bieten sie maßgeschneiderte Unterstützung, die es den Kunden ermöglicht, ihren Energieverbrauch individuell zu optimieren:

  • Eficia leistet einen Beitrag durch ihr Echtzeit-Energieeffizienzmanagement für Gebäude mit Schwerpunkt auf der Optimierung von Heiz-, Belüftungs- und Klimasystemen.
  • Advizeo ergänzt diese Bemühungen durch digitale Energiemanagement-Lösungen, die durch Beratung von Sachverständigen unterstützt werden. Diese erlauben es gewerblichen Kunden in der Regel, in ihrem gesamten Gebäudeportfolio Energieeinsparungen von 10 bis 20 % zu erzielen.

Vermiedene Emissionen sind ein leistungsstarker Indikator für die positiven Auswirkungen, die wir durch smarte Energielösungen erzielen können.

Mit unseren Energiemanagement-Lösungen ermöglichen wir unseren Kunden, Energie verantwortungsvoller zu produzieren, zu managen und zu verbrauchen. Damit beschleunigen wir ihre Fortschritte bei der Dekarbonisierung und bekräftigen unser gemeinsames Engagement für den Klimaschutz.

Etienne Dock
Senior Vice President for Energy Management and Digital and Information

Wir wenden eine Kombination aus international anerkannten Standards und Rahmenwerken an, um eine glaubwürdige und transparente Bewertung der Auswirkungen zu gewährleisten:
Treibhausgasprotokoll

Für eine konsistente Nachverfolgung der Emissionssenkungen.

ISO 50001

Für die Umsetzung eines strukturierten Energiemanagementsystems.

IPMVP
(International Performance Measurement and Verification Protocol)

Zur Bewertung der Energieeinsparungen in Gebäuden durch Vergleich mit einem Basisjahr und der Leistung nach der Intervention, bereinigt um Variablen wie Wetter und Belegung.

Initiative Netto Null (Net Zero Initiative; NZI) und Orientierungshilfen vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD)

Wird eingesetzt, um vermiedene Emissionen direkt abzubilden und zu quantifizieren, um damit die Übereinstimmung mit wissenschaftsbasierten Klimazielen sicherzustellen. Zudem kann man zwischen direkten Senkungen, vermiedenen Emissionen und dem Beitrag zur globalen Dekarbonisierung unterscheiden.

Vermiedener Energieverbrauch im Jahr 2024 (GWh)

Vermiedene Emissionen im Jahr 2024 (ktCO₂e)

Hager Kernprodukte

85 GWh

241,5 ktCO₂e

Eficia

220 GWh

13,9 ktCO₂e

advizeo

1.068 GWh

122,9 ktCO₂e

Gesamt

1.373 GWh

378,3 ktCO₂e

Energie­einsparungen

Äquivalente Auswirkungen

Vermiedene Emissionen

2024

1,4 TWh

Jährlicher Energieverbrauch von 350.00016 europäischen Haushalten

378 ktCO₂e

Ziel 2028

5,6 TWh

Jährlicher Energieverbrauch von 1.400.000 europäischen Haushalten

870 ktCO₂e

Wie vorstehend gezeigt wurde, führen die Lösungen von Advizeo und Eficia zwar zu höheren absoluten Energieeinsparungen im Vergleich zu den Kernprodukten von Hager, bei Letzteren sind die vermiedenen Emissionen jedoch höher. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kernprodukte von Hager weltweit verkauft werden, auch in Ländern, deren Stromnetze noch kohlenstoffintensiver sind. Dagegen sind Advizeo und Eficia ausschließlich in Märkten mit wesentlich geringerer Kohlenstoffintensität tätig. Daher führt die durch die Kernprodukte von Hager eingesparte Energiemenge im Durchschnitt zu höheren vermiedenen Emissionen.

Darüber hinaus umfasst der für Advizeo berechnete vermiedene Verbrauch nicht nur Strom, sondern auch andere Energiequellen wie Erdgas, Heizöl, Heiz- und Gasnetze usw., wobei Elektrizität und Kühlenergie den Großteil der Einsparungen ausmachen. Bis 2028 sollten sich unsere positiven Auswirkungen vervierfacht haben. Das bedeutet, dass unsere Energieeinsparungen, die derzeit schätzungsweise dem jährlichen Energieverbrauch von 350.000 Haushalten entsprechen, bis 2028 etwa 1.400.000 Haushalten entsprechen werden.

Wenn wir uns auf vermiedene Emissionen konzentrieren, versetzen wir unsere Kunden in die Lage, fundierte Entscheidungen zu treffen, die zu sinnvollen Fortschritten bei der Verwirklichung ihrer Nachhaltigkeitsziele führen und eine umweltfreundlichere Zukunft für alle fördern.

Volker Busch
Systems and Solutions Director, Solutions Development and Marketing

06.2.7

Interner CO₂-Preismechanismus: ein Testansatz

Wir testen und erforschen derzeit Mechanismen der internen CO₂-Bepreisung als Tool zur Unterstützung einer nachhaltigeren Entscheidungsfindung in zwei Bereichen. 2024/25 haben wir zwei Pilotprojekte durchgeführt:

  • Evaluierung von Projekten zu erneuerbaren Energien

    Eine interne CO₂-Bepreisung hilft bei der Einschätzung der potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen künftiger Kohlenstoffsteuern auf die Energiepreise. Durch die Aufnahme dieses Faktors in die Finanzmodelle können wir die langfristige Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit von Investitionen in erneuerbare Energie besser beurteilen und sicherstellen, dass sie inmitten sich entwickelnder Kohlenstoffverordnungen wirtschaftlich solide bleiben.

  • Ausarbeitung von Geschäftsplänen für ökologische Produkte

    Eine interne CO₂-Bepreisung könnte auch die Erschließung alternativer umweltfreundlicherer Produkte beeinflussen. Durch die Zuordnung von Kosten zu den Kohlenstoffemissionen werden Gespräche über die Kohlenstoffe zum Teil des Produktentwicklungsprozesses. Dieser Ansatz unterstützt Innovationen und hilft, Produktstrategien mit Umweltzielen und Markterwartungen in Einklang zu bringen.

Haftungsausschluss: Unser Testprojekt zur internen CO₂-Bepreisung wird hauptsächlich zur Entwicklung von Prognosen verwendet, die die Auswirkungen von Verordnungen zur Kohlenstoffsteuer, wie dem Emissionshandelssystem17, auf unsere Geschäftstätigkeit antizipieren, einschließlich beschaffter Materialien, Energiekosten, Gebäude- und Transportkosten.

06.3

Energie

GRI 3-3 Wesentliche Themen

06.3.1

Methodologie

GRI 302-1 Energie

Die Daten zum Energieverbrauch von Hager werden gemäß den Anforderungen des Energiemanagementsystems ISO 50001 konsolidiert. Dabei sind die Verfahren zur Datenerhebung standardisiert und werden an allen Standorten umgesetzt. An Standorten mit einem jährlichen Energieverbrauch von mehr als 5 GWh werden regelmäßige Audits durchgeführt. Dieser Ansatz gewährleistet die Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der berichteten Energiedaten in Übereinstimmung mit den behördlichen Erwartungen.

Gemäß unserem Bekenntnis zu fortlaufender Verbesserung und Transparenz der Nachhaltig­keits­bericht­erstattung haben wir die Genauigkeit und Absicherung unserer Energieverbrauchsdaten für das letzte Berichtsjahr verbessern können. Früher konzentrierten sich unsere Angaben hauptsächlich auf den Energieverbrauch großer Betriebsstandorte, wie z. B. Fertigungseinrichtungen. Im Jahr 2024 haben wir den Umfang der Berichterstattung um weitere Anlagen erweitert. Dazu gehörten alle unsere Vertriebszentren. Damit waren die bisherigen Hochrechnungen, die notwendig wurden, wenn keine Daten verfügbar waren, hinfällig.

Zudem haben wir unsere Berechnungsmethoden verfeinert. Dazu gehören die Korrektur von nicht übereinstimmenden Maßeinheiten bei den Kraftstoffberechnungen und die Aktualisierung des Umrechnungsfaktors für den Kraftstoffverbrauch bei Firmenwagen, um den tatsächlichen Verbrauch unserer Fahrzeugflotte besser darstellen zu können. Zudem unterteilen wir unseren Fuhrpark nach Motorentyp, sodass wir den Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen und PHV (Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen) sowie den damit verbundenen Investitionsgütern genau bestimmen können.

06.3.2

Unser Energiemix

ESRS E1-5, Abs. 37, Abs. 39 und Abs. 40 Klimawandel
GRI 302-1 und 302-3 Energie

Im Rahmen unserer umfassenderen Bemühungen um Dekarbonisierung haben wir unseren Energieverbrauch und den Übergang hin zu nachhaltigeren Energiequellen weiter optimiert. Die folgenden Tabellen geben einen detaillierten Überblick über unseren gesamten Kraftstoff- und Energieverbrauch in den letzten vier Jahren.

Im Jahr 2024 belief sich unser Gesamtenergieverbrauch, inklusive Kraftstoffverbrauch, auf 214,0 GWh. Das ist ein erheblicher Rückgang gegenüber den 254,6 GWh im Basisjahr 2021 – dem Zeitpunkt, an dem wir zum ersten Mal umfassende Energiedaten erfasst haben. Im gleichen Zeitraum verbesserte sich die Energieintensität von 113 GWh auf 82 GWh pro 1 Mrd. EUR Umsatz.

Eine wesentliche Triebkraft hinter dieser Verbesserung war die erhebliche Senkung des kraftstoffbasierten Energieverbrauchs, der von 130,4 GWh im Jahr 2021 auf 83,3 GWh im Jahr 2024 zurückgegangen ist. Insbesondere sank die Erdgasnutzung im Laufe des Zeitraums um mehr als 50 %.

Im Einklang mit unserer Dekarbonisierungsstrategie haben wir zwar unseren Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert, jedoch unseren Stromverbrauch und die erneuerbaren Energiequellen stetig erhöht. Darüber hinaus spielen auch Unterschiede in unserem Energiemix eine erhebliche Rolle bei unserem Treibhausgas­emissions­profil.

Beispielsweise profitieren unsere Standorte in Frankreich von einem verbesserten Emissionsfußabdruck aufgrund des hohen Anteils an Atomstrom im nationalen Stromnetz, der mit geringeren Treibhaus­gas­emissionen verbunden ist. Neben der Reduktion des gesamten Energieverbrauchs bewegen wir uns daher aktiv in Richtung emissionsärmerer, einschließlich erneuerbarer Energiequellen.

In diesem Zusammenhang ist die Menge des von uns selbst erzeugten Stroms aus Solaranlagen im Jahr 2024 auf knapp 3 GWh (gegenüber 1,25 GWh im Jahr 2021) gestiegen, wobei Photovoltaikanlagen und Biomasse zusammen etwa 3 % unseres Gesamtbedarfs im Jahr 2024 decken konnten.

Direkter Energieverbrauch (GWh)

Kraftstoffverbrauch gesamt

116.3

2022

103.5

2023

83.3

2024

-19.5

Reduzierung des Gesamtkraftstoffverbrauchs im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023

Gesamter Strom- und Wärmeverbrauch (GWh)

Gesamt

128

2022

127.6

2023

130.7

2024

+130%

Anstieg des Anteils des Stromverbrauchs aus Photovoltaik

Energiemix der Hager Group 2024

214 GWh

Gesamtverbrauch

Einweihung einer Biomasseanlage in Vendenheim, Frankreich – im Dezember 2024 wurde der Standort als erster Standort der Gruppe direkt in ein Biomasse-System integriert, wodurch jährlich 140 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden. Das System wird mit lokalen Holzresten aus den Vogesen und dem Schwarzwald betrieben.

06.4

Umgang mit besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen

Neben der Reduktion von Treibhaus­gas­emissionen und der Verbesserung des Energiemanagements haben wir festgestellt, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Gefahrstoffen – insbesondere besorgniserregenden Stoffen (Substances of Concern – SoC) und besonders besorgniserregenden Stoffen (Substances of Very High Concern – SVHC) – entscheidend für die Gewährleistung der Produktsicherheit und der Einhaltung von Vorschriften und des Umweltschutzes ist.

Vor Kurzem führten wir anhand von Gewichtsdaten unserer Produkte, einer Stücklistenanalyse und den Angaben zur Compliance der Lieferanten aus unserer Assent-Plattform eine grundlegende Quantifizierung der SoC und SVHC in unserem gesamten Produktportfolio durch. Wir haben errechnet, dass in den Fertigprodukten, die im Berichtsjahr hergestellt wurden, insgesamt etwa 48 Tonnen dieser SoC und SVHC vorhanden waren.

Unsere Qualitätskontrollprozesse sind darauf ausgelegt, diese Stoffe innerhalb der behördlich vorgeschriebenen Schwellenwerte zu halten. Allerdings entstehen immer neue Risiken aufgrund der sich entwickelnden rechtlichen Anforderungen und des Potenzials solcher Chemikalien, zur Umweltverschmutzung beizutragen, insbesondere zur Verringerung der Wasserqualität.

Als Reaktion auf diese Risiken legen wir größten Wert auf die Einhaltung behördlicher Vorschriften sowie die Einhaltung und Antizipierung der Auswirkungen aller behördlichen Anforderungen, wie etwa jener in REACH, RoHS, Halogen, PFAS und den Vorschriften zu Konfliktmineralien. Zudem arbeiten wir proaktiv mit Lieferanten zusammen, um die mit gefährlichen Stoffen verbundenen Risiken einzudämmen, die Transparenz zu verbessern, den Einsatz von Stoffen mit hohem Risiko auf ein Mindestmaß zu reduzieren und, wo möglich, sicherere Alternativen zu fördern.

Um diese Bemühungen zu unterstützen, erheben wir Daten über die Zusammensetzung aller Komponenten in unseren Fertigprodukten. Damit sind wir in der Lage, fundierte Entscheidungen über unsere Ausgangsstoffe zu treffen. Unsere digitale Compliance-Plattform Assent18 unterstützt uns auch beim Management von Lieferkettendaten.

Dadurch sind wir in der Lage, Lieferanten nach Materialart, Ausgaben und Compliance-Anforderungen, mit besonderem Augenmerk auf gefährliche Stoffe, zu kartieren. Bislang haben wir für 98,5 % der Produktkomponenten von Hager (für die DQ90 – das sind Produkte, die 90 % unseres Umsatzes in der Europäischen Union ausmachen) Daten zu Chemikalien, einschließlich SVHC, gemäß REACH erhoben. Darüber hinaus haben wir gemäß der neuesten RoHS-Version für 93,7 % unserer DQ90-Produktkomponenten Daten über gefährliche Stoffe gesammelt.

Wir haben den gefährlichen Stoffen in unserer Datenstrategie Priorität eingeräumt, um deren Compliance sicherzustellen und die Produktsicherheit zu wahren. Zur Unterstützung dieses Ziels haben wir gezielte Initiativen ins Leben gerufen, bei denen es um spezifische Stoffgruppen und emissionsbezogene Risiken geht. Dazu gehören ein PFAS-Managementprogramm und ein erweiterter Fokus auf das Vorhandensein von SoC und SVHC in den Emissionen aus unserer Geschäftstätigkeit.

06.4.1

PFAS-Managementprogramm

PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind eine Gruppe von persistenten synthetischen Chemikalien, die aufgrund ihrer potenziellen Umwelt- und Gesundheitsrisiken immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. In Erwartung strengerer behördlicher Einschränkungen im Rahmen von REACH und anderen Rahmenwerken hat Hager ein strukturiertes PFAS-Managementprogramm gestartet. Mit diesem Programm wollen wir den Einsatz von PFAS in unserem Produktportfolio ermitteln, überwachen und progressiv eindämmen.

Unser PFAS-Managementprogramm umfasst die gesamte Wertschöpfungskette mit besonderem Augenmerk auf die Einbeziehung von vorgelagerten Lieferanten und die interne Produktverantwortung. Durch eine enge Einbindung der Lieferanten sowie gezielte Datenerhebungen verbessern wir die Rückverfolgbarkeit und legen den Grundstein für Substitutionsstrategien, die auf dem Vorsorgeprinzip basieren.

An den Stellen, an denen wir PFAS ermittelt haben, arbeiten wir aktiv mit Lieferanten, Forschungsinstituten und unseren Engineering-Teams zusammen, um technisch und wirtschaftlich tragfähige Alternativen zu erforschen, zu validieren und umzusetzen. Diese Partnerschaften ermöglichen es uns, Alternativlösungen zu bewerten, praktikable Substitutionspfade zu definieren und gemeinsam machbare Fahrpläne für die schrittweise Eliminierung von PFAS aus unseren Produkten zu entwickeln.

Mit der Verankerung dieses Programms in unserem Blue Planet Commitment nehmen wir die Entwicklung behördlicher Anforderungen vorweg und reduzieren proaktiv die mit den PFAS verbundenen Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Dieser Ansatz gewährleistet einen strikten und systematischen Übergang weg von PFAS unter Berücksichtigung der Produktleistung, behördlicher Entwicklungen und der Realitäten in der Lieferkette. Im Ergebnis entstehen sicherere, nachhaltigere Produkte für unsere Kunden sowie eine sicherere Umwelt für unsere Angestellten und die Gemeinschaften, in denen wir tätig sind.

Wissenschaft und Forschung spielen eine zentrale Rolle beim Management schwer abbaubarer Schadstoffe und ihrer Auswirkungen, indem sie uns bei deren Ermittlung, bei der Bewertung von Alternativen und der Validierung praktikabler Substitutionsstrategien unterstützen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, Ingenieuren und Forschungspartnern erarbeiten wir einen robusten, wissensbasierten Ansatz, um PFAS abzuschaffen und sicherere sowie nachhaltigere Produkte zu entwickeln. Unser PFAS-Managementprogramm zeigt, wie wichtig eine intensive Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ist, um sinnvolle Ergebnisse für die Nachhaltigkeit voranzubringen.

Estelle Hacquin
Programme Manager

06.4.2

Umweltverschmutzung in Luft, Wasser und Boden

Im Rahmen unserer umfassenderen Verpflichtung zur Vorbeugung von Umweltverschmutzung im Rahmen von ESRS E2 hat Hager ein eigenes Programm zum Umgang mit den in den Emissionen unserer Unternehmen vorhandenen Schadstoffen, SoC und SVHC aufgelegt.

Diese 2024 gestartete Initiative konzentriert sich auf die Ermittlung und Eindämmung potenzieller Emissionswege, die zu einer Kontamination der Umwelt mit Auswirkungen auf die Luft-, Wasser- und Bodenqualität führen können. Durch die Vereinheitlichung der Berichterstattungsverfahren an unseren Standorten, die Verfeinerung von Messmethodologien und die Umsetzung von Präventivmaßnahmen an ausgewählten Standorten unterstützt das Programm unser Ziel, die unbeabsichtigte Freisetzung von gefährlichen Stoffen zu reduzieren, und stärkt unseren Beitrag zu sichereren lokalen Ökosystemen.

Dieses umfassende Programm konzentriert sich auf folgende Maßnahmen:

  • Gründliche Bewertung unserer bestehenden Richtlinien und Praktiken im Bereich des Umweltverschmutzungsmanagements an allen Betriebsstandorten.
  • Umfassende Abbildung unserer industriellen Prozesse zur Ermittlung von Quellen der Umweltverschmutzung in allen unseren Betrieben.
  • Verbesserung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit der von uns durchgeführten Schadstoffmessungen, um den behördlichen Anforderungen immer einen Schritt voraus zu sein und uns auf unsere Verpflichtungen im Rahmen des ESRS-Rahmenwerks vorzubereiten.
  • Durchführung einer Gap-Analyse zur Verbesserung unseres Datenmanagements sowie unserer Techniken und Richtlinien.
  • Entwicklung eines umfassenden Fahrplans zur vollständigen Einhaltung von ESRS E2 mithilfe eines Maßnahmenplans, zu dem die Zuweisung von Ressourcen wie Investitions- und Betriebsausgaben und die zur Erfüllung der behördlichen Erwartungen erforderliche Personalausstattung gehören. Wir haben Initiativen priorisiert, die es uns ermöglichen, über unsere Umweltleistung im Jahr 2026 auf der Grundlage von Daten aus dem Jahr 2025 zu berichten.

Im Jahr 2025 starteten wir ein Pilotprojekt zur probeweisen Umsetzung eines Transparenzfahrplans an drei Produktionsstandorten: Arenzano, Obernai und Telford. Diese Standorte wurden aufgrund ihrer einzigartigen Fertigungsprozesse und ihrer Bedeutung für die Überwachung der Umweltverschmutzung ausgewählt.

Das Pilotprojekt umfasst die Abbildung betrieblicher Prozesse und die Ermittlung der an jedem Standort verwendeten oder emittierten Chemikalien, die Bewertung potenzieller Emissionsquellen, die Gewährleistung einer angemessenen Überwachung aller relevanten Schadstoffe und eine Standardisierung der Daten über die Schadstoffmenge an den Standorten.

Bisher haben wir wichtige Schadstoffe wie VOC, Feinstaub und Schwermetalle anhand von regulatorischen Schwellenwerten und Industriestandards gemäß ESRS E2-4 (Umweltverschmutzung zu Luft, Wasser und Boden) und E2-5 (SoC und SVHC) bewertet.

Derzeit arbeiten wir außerdem an Umweltrichtlinien, mit denen die Überwachungspraktiken an allen Standorten von Hager vereinheitlicht werden. Die Leitlinien orientieren sich an unseren umfassenderen Umwelt- und Nachhaltigkeitsrichtlinien und liefern klare Erwartungen in Bezug auf die Überwachung der Schadstoffemissionen.

06.5

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

ESRS E5-5, Abs. 35, Abs. 36 und Abs. 40, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
GRI 301 – Materialien

Wir betrachten die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Kreislaufwirtschaft als wesentliche Voraussetzungen für Nachhaltigkeit. Diese Grundsätze bilden eine der Hauptsäulen unseres Blue Planet Commitment und unserer E3-Strategie. Wir verankern die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft schrittweise in unserem gesamten Produktportfolio und in unserer gesamten Wertschöpfungskette.

Das langfristige Umweltziel von Hager besteht darin, Produkte und Materialien so zu gestalten, dass sie eine maximale Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit sowie Recyclingfähigkeit erreichen. Damit können wir die Umweltauswirkungen reduzieren und eine nachhaltigere Wertschöpfungskette fördern.

06.5.1

Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in unseren Zuflüssen

GRI 301-1 und 301-2 Eingesetzte Materialien

Wir haben uns dazu verpflichtet, den Materialverbrauch schrittweise von der Gewinnung neuer Ressourcen zu entkoppeln, indem wir den Anteil von Sekundärrohstoffen in unseren Materialzuflüssen erhöhen. Dieser Ambition entsprechend haben wir Maßnahmen zur Beschaffung von recycelten Materialien für unsere Produkte und Verpackungen eingeleitet.

Die Gesamtmenge der für die Herstellung und Verpackung unserer Primärprodukte verwendeten Materialien belief sich 2024 auf rund 159 Kilotonnen.19 Dazu gehörten Metalle, Kunststoffe, Chemikalien, PVC und Verpackungsmaterialien. Im selben Jahr haben wir insgesamt rund 1,520 Kilotonnen recycelte Materialien in unsere Anlagen integriert. Dies umfasst:

  • 1 Kilotonne recyceltes Metall, entspricht 2,4 % des gesamten Metallverbrauchs.
  • 0,5 Kilotonnen recycelte Kunststoffe, entsprechen 0,7 % des gesamten Kunststoffverbrauchs.

Auch wenn der derzeitige Anteil an Sekundärrohstoffen begrenzt bleibt, stellen diese Bemühungen einen wichtigen Ausgangspunkt dar. Sie unterstützen uns beim Aufbau der internen Kompetenzen, Datensysteme und Lieferantenpartnerschaften, die wir benötigen, um die zirkulären Beschaffungspraktiken in der gesamten Organisation zu skalieren.

Derzeit suchen wir nach weiteren Möglichkeiten, um neue Ausgangsstoffe durch recycelte Alternativen zu ersetzen und die Kreislaufwirtschaft in der gesamten Wertschöpfungskette zu unterstützen.

Gesamtmaterialfluss

125kt

Gesamtverbrauch**

06.5.2

Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in unseren Produkten21

Hager integriert, wann immer möglich, nach und nach Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in sein Produktportfolio. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verlängerung der Produktlebensdauer, der Verbesserung der Reparierbarkeit und der Verbesserung der Verwertbarkeit von Materialien am Ende ihrer Lebensdauer. Diese Grundsätze werden zwar noch nicht systematisch in allen Produktgruppen angewandt, jedoch ergreifen wir gezielte Maßnahmen zur effizienten Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.

Eine dieser Initiativen ist das Blue Loop-Projekt, das dazu beiträgt, die Nutzungsdauer der Witty-EV-Ladestationen zu verlängern. Das Projekt ermöglicht Reparaturen vor Ort, den Ersatz von überholten Komponenten und eine verbesserte Kundenbetreuung. Diese Bemühungen tragen dazu bei, Abfälle zu verringern und einen breiteren Übergang zu nachhaltigeren Lösungen für die Elektromobilität zu unterstützen.

Recyclingmaterial für Sockelleistenkanäle
30 % Recyclingmaterialien

Durch den Einsatz von mindestens 30 % recycelten Materialien konnten die CO₂e-Emissionen des Produktes gesenkt werden. Dabei ist es uns gelungen, die Primärrohstoffe zu reduzieren und gleichzeitig alle Funktionen und Vorteile des Tehalit-SL-Portfolios beizubehalten.

Mindestens 17 % Einsparung von CO₂e

Mithilfe einer Umweltbewertung (DIN ISO 14040) konnte bestätigt werden, dass wir im Vergleich zur Version aus Primärrohstoffen mindestens eine 17%ige Senkung der CO₂e erreicht haben.

Ein Pilotprojekt für mehr

Dieses Pilotprojekt für den Einsatz ökologischerer Materialien für Sockelleistenkanäle ist Teil unseres Programms zur Senkung von CO₂e. Weitere nachhaltigere Sockelleistenkanallösungen befinden sich derzeit in Entwicklung.

Die Haltbarkeit ist ein Kernmerkmal unserer Produkte. Die meisten wichtigen Produktgruppen – wie Messgeräte, Verteilerschränke und Schaltgeräte – sind für eine Nutzungsdauer von bis zu 30 Jahren ausgelegt, was mit Branchenstandards vergleichbar ist. Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Energiemanagement-Lösungen werden für einen Einsatz von bis zu 15 Jahren entwickelt, während Gebäudeautomatisierungs- und Türkommunikationssysteme eine geplante Nutzungsdauer von bis zu 10 Jahren haben.

Die Recyclingfähigkeit gewinnt in unserer Ressourcenstrategie immer mehr an Bedeutung. Kernproduktgruppen wie Messgeräte, Verteilerschränke, Kabelmanagement und Verkabelungszubehör enthalten derzeit einen Massenanteil von bis zu 95 % an recycelbaren Inhaltsstoffen nach Masse, wobei die meisten Materialien mechanisch wiederverwertbar sind.

Produkte wie Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Türkommunikationssysteme erreichen ebenfalls eine hohe Recyclingrate (bis zu 60 % bzw. 80 %). Bei bestimmten technisch komplexen oder miniaturisierten Produkten ist die Recyclingfähigkeit jedoch geringer, da die Integration von Materialien die Verwertung begrenzt. Bemerkenswert ist, dass alle unsere Produktverpackungen zu 100 % recycelbar sind.

Eine weitere wichtige Initiative ist das Pilotprojekt Eco Skirting Trunking, das als Teil unserer Tehalit-SL-Produktlinie gestartet wurde. Durch die Integration von mindestens 30 % recyceltem PVC in alle nicht sichtbaren Komponenten unseres Sockelleistenkanalsystems haben wir unsere Abhängigkeit von Primärrohstoffen deutlich reduziert und gleichzeitig hohe Standards in Bezug auf Haltbarkeit, Funktionalität und Ästhetik aufrechterhalten. Das zunächst in Heltersberg pilotierte Projekt wird nun aufgrund seiner technischen Machbarkeit und seiner Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit auf unseren Produktionsstandort in Arenzano ausgedehnt.

06.5.3

Förderung der Kreislaufwirtschaft über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg

Mit der Entwicklung einer umfassenden Kreislaufwirtschaftsstrategie, die durch externes Fachwissen unterstützt wird, bringen wir unser Engagement für eine Kreislaufwirtschaft weiter voran.

Der Plan stützt sich auf zwei Säulen: auf die Definition, an welcher Stelle Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in unser Produktportfolio und unser Geschäftsmodell eingebettet werden sollen, und darauf, wie diese Grundsätze im Betrieb umgesetzt bzw. skaliert werden können.

Im Mittelpunkt dieser Strategie stehen Rentabilität, kritische Rohstoffe und Auswirkungen auf die Umwelt. Sie umfasst Produktdiagnosen, behördliche Kontextanalysen und Partnerschaften in den Wertschöpfungsketten wichtiger Märkte (Deutschland, Frankreich, Schweiz, Niederlande, Großbritannien).

06.6

Biodiversität und Wasser

Die Sicherstellung der Biodiversität ist unerlässlich, um das Leben, wie wir es kennen, zu erhalten. Die Gesundheit unserer Ökosysteme trägt direkt zu unserem eigenen Wohlbefinden bei, weshalb Hager seine Auswirkungen auf die Biodiversität unbedingt bewerten muss.

Im Jahr 2024 haben wir unsere Arbeit proaktiv fortgesetzt, um einen Beitrag zur Resilienz der Ökosysteme zu leisten und unsere Leistung in allen Bereichen zu verbessern. Damit möchten wir zur Erhaltung einer gesunden Umwelt beitragen.

06.6.1

Unsere Biodiversitätsbilanz

GRI 304-1, 304-2 und 304-4 Biodiversität

Im Jahr 2023 baute Hager auf dem Meilenstein auf, den wir durch unsere erste Bewertung des Biodiversitätsfußabdrucks (Biodiversity Footprint Assessment; BFA) im Unternehmen erreicht hatten. Wir nutzen die Methodologie des Global Biodiversity Score (GBS), um die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Biodiversität unter Berücksichtigung der wichtigsten Triebkräfte für den Verlust an biologischer Vielfalt zu messen. Dazu gehören Land- und Meeresnutzung, direkte Nutzung, Klimawandel, Umweltverschmutzung und gebietsfremde Arten.

Dabei wird zwischen zwei Arten von Auswirkungen unterschieden: dem dynamischen Fußabdruck, bei dem Veränderungen, der Verbrauch bzw. die Wiederherstellungshandlungen während des Bewertungszeitraums erfasst werden, und dem statischen Fußabdruck, der sich auf bleibende oder langfristige Auswirkungen bezieht.

Diese Auswirkungen werden mithilfe der Kennzahl Mittlere Artenhäufigkeit (Mean Species Abundance; MSA/km²) quantifiziert, wobei 1 MSA/km² für die Zerstörung eines Quadratkilometers unberührten natürlichen Ökosystems steht. Dieser Ansatz ermöglicht eine umfassende Bewertung der unmittelbaren und dauerhaften Auswirkungen auf die Biodiversität.

Die Analyse der Biodiversitätsbilanz ergab, dass:

  • Nahezu 90 % unseres Biodiversitätsfußabdrucks sind auf Scope-3-Auswirkungen zurückzuführen (ähnlich wie bei unserer Kohlenstoffbilanz).
  • Unsere Auswirkungen auf die Biodiversität entsprechen dem Branchendurchschnitt, liegen jedoch immer noch unter denen unserer Hauptkonkurrenten.
  • Unsere Auswirkungen sind primär auf den Druck zurückzuführen, der durch den Klimawandel entsteht. Aus diesem Grund spielt unsere Klimastrategie eine zentrale Rolle beim Management unserer Biodiversitätsbilanz.
  • Nur zwei unserer Einrichtungen (in Arenzano und Blieskastel) befinden sich in einem Biodiversitäts-Schwerpunktgebiet (Key Biodiversity Area; KBA). In diesen Regionen kann der hohe Druck auf die Artenvielfalt zu erheblichen Auswirkungen führen. Um mögliche nachteilige Auswirkungen in diesen Gebieten zu mindern, verpflichtet sich Hager, alle erforderlichen Maßnahmen zur Minimierung des Risikos zu ergreifen.

Zudem haben wir das Instrument Integrated Biodiversity Assessment Tool22 (IBAT) für Schutzgebiete sowie die KBA23 eingesetzt und kritisch gefährdete, gefährdete und gefährdete Arten der Roten Liste der IUCN4724 innerhalb eines Radius von 50 km um unsere Betriebsstätten gezählt.

Dieser Prozess ergab, dass sich sieben der Standorte von Hager in der Nähe von Schutzgebieten befinden. Viele unserer Standorte befinden sich in der Nähe von Lebensräumen, in denen insgesamt 230 stark gefährdete, 604 gefährdete und 1.395 schutzbedürftige Arten leben.

Diese wichtigen Einblicke fließen nun in die Entscheidungsfindung rund um die Standortentwicklung ein und helfen dabei, Möglichkeiten für positive Maßnahmen zur Biodiversität und Verbesserung zu ermitteln. Für die Zukunft planen wir, alle drei Jahre eine Bewertung der Biodiversität durchzuführen und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

06.6.2

Wasserbewirtschaftung

GRI 303-3 Wasserentnahme

Von allen natürlichen Ressourcen, die die Erde zu bieten hat, ist Wasser die wichtigste. Da die kostenlose Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser lebensnotwendig ist, nehmen wir bei Hager das Thema Wasserverbrauch sehr ernst. In den Jahren 2024 und 2025 wurden Maßnahmen zur Verhinderung von Leckagen in Speichertanks und zur Verbesserung der Regenwassergewinnung durchgeführt.

Darüber hinaus wurde an unserem Standort Obernai eine neue Initiative gestartet, um die Wasserkreislaufwirtschaft im Bereich der Relaisproduktion zu fördern. Dieses Projekt ermöglicht das Recycling und die Wiederverwendung von Prozesswasser und resultiert in einer erwarteten jährlichen Einsparung von 1.920 m³ Frischwasser. Das Ergebnis dieser Initiativen war eine erhebliche Senkung des gesamten Wasserverbrauchs von 292,3 Mio. l im Jahr 2021 auf 257,6 Mio. l 2024. Dies entspricht einem Rückgang der Wasserverbrauchsintensität um 24 %, wobei der Wasserverbrauch pro Einheit des Bruttoumsatzes von 130 m³/Mio. € im Jahr 2021 auf 99 m³/Mio. € im Jahr 2024 zurückgegangen ist.

Außerdem führten wir eine Bewertung der Wasserknappheit durch, aus der hervorging, dass sich zwei Standorte von Hager in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserknappheit befinden. Wir haben uns dazu verpflichtet, unsere Wasserbilanz in diesen Gebieten zu verbessern und aktiv Wassereffizienzinitiativen umzusetzen.

257.6 Mio.l

Wasserverbrauch im Jahr 2024, Reduzierung gegenüber 292,3 Mio. l im Jahr 2021

32%

Reduzierung unserer Wasserverbrauchsintensität

99 m³/Mio. €

Reduzierung unserer Wasserverbrauchsintensität

Wasserentnahme gesamt (Mio. l)

Gesamt
288.3

2022

263.1

2023

257.6

2024

06.7

Abfallmanagement

GRI 306-3 bis 306-4 Abfall
ESRS E5-5 Abs. 38 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Eine Senkung der Abfälle ist für die Abschwächung der Auswirkungen auf die Biosphäre unerlässlich. Dank der Verbesserungen an unserer Methodologie zur Datenerfassung hat Hager nun ein deutlicheres Bild von den durch uns generierten Abfällen und deren Entsorgung. Wir erhalten nun das Gesamtgewicht von anfallenden Abfällen in metrischen Tonnen und können diese Summe nach ihrer Zusammensetzung aufschlüsseln.

Im Jahr 2024 erzeugten wir insgesamt 16 kt Abfälle, inklusive Elektro- und Elektronik-Altgeräten und gefährlichem Abfall (Sonderindustrieabfällen). 97 % des gesamten anfallenden Abfalls waren ungefährlich, wobei Metallabfälle den größten Anteil ausmachten.

Im Vergleich zum Basisjahr 2021 hat sich die Gesamtmenge an Abfällen verringert, wobei die signifikanteste Senkung im Bereich der Metallabfälle zu verzeichnen war. Diese waren um rund 35 % zurückgegangen. Auch die Menge an gefährlichen Abfällen ging im Vergleich zu 2021 um rund 38 % zurück. Dies ist Ausdruck unserer kontinuierlichen Bemühungen, die Verringerung der Umweltauswirkungen und die Verbesserung der Abfallbehandlung voranzutreiben.

Im Jahr 2024 hatte Hager ein breites Spektrum an Abfallströmen, die dem Recycling und der verantwortungsvollen Entsorgung zugeleitet wurden.

Von den insgesamt erzeugten ungefährlichen Materialien wurden 7.275 Tonnen Metalle, 527 Tonnen Kupfer und 1.090 Tonnen Pappe recycelt. Nur geringe Restmengen dieser Stoffe wurden verbrannt oder auf Deponien gebracht. Kunststoffabfälle wurden unterschiedlicher verteilt: 1.648 Tonnen wurden recycelt, 784 Tonnen verbrannt und 219 Tonnen blieben am Ende der Lebensdauer zurück, was auf ein komplexeres Verwertungsprofil hindeutet.

Andere Abfälle, wie Holz und Industrieabfälle, wurden auf Recycling und Verbrennung aufgeteilt, während Kategorien wie gemischte Elektronik, Batterien und Bioabfälle so behandelt wurden, dass zum Ende der Nutzungsdauer keine Abfälle übrig blieben.

Gefährlicher Abfall, einschließlich 274 Tonnen Sonderindustrieabfälle, wurde hauptsächlich recycelt, jedoch auch 102 Tonnen verbrannt. Diese in der nebenstehenden Tabelle dargestellten Zahlen zeigen die aktuellen Verfahren beim Abfallmanagement und weisen auf Optimierungspotenziale hin, insbesondere bei der Verwertung von Kunststoffen und gemischten Abfällen.

Anfallender Abfall (Tonnen)

2021*

2022*

2023*

2024

Ungefährlicher Abfall

Metall

11.339,3

11.788,0

14.047,7

7.327,3

Kunststoff

2.316,6

2.769,4

4.501,8

2.651,1

Normaler Mix industrieller Abfälle

1.589,9

1.519,3

1.690,1

1.664,6

Karton

1.450,7

1.556,6

4.366,3

1.100,3

Kupfer

1.523,8

1.121,3

1.375,0

526,8

Holz

818,4

734,0

824,8

861,7

Gemischte Elektronik und Elektro- und Elektronik-Altgeräte

427,1

376,2

186,3

131,9

Bioabfall

152,8

40,8

53,6

35,4

Akkus und Batterien

132,6

1,4

3,6

7,7

Sonstiges

423,0

0,6

263,4

307,4

Papier

789,1

787,2

788,0

937,3

Gefährlicher Abfall

Sonderindustrieabfälle

714,9

412,5

576,4

444,9

Die Daten für die Jahre 2021, 2022 und 2023 wurden anhand der im Nachhaltigkeitsbericht 2023 veröffentlichten Daten angepasst, um der überarbeiteten Berechnungsmethode Rechnung zu tragen, siehe dazu Abschnitt 16.2.4.

Abfallmanagement 2024

Recycling (Tonnen)

Verbrennung (Tonnen)

Durchschnittliches Ende der Nutzungsdauer (Tonnen)

Ungefährlicher Abfall

Metall

7.275

0

52

Kunststoff

1.648

784

219

Normaler Mix industrieller Abfälle

601

539

525

Karton

1.090

2

8

Kupfer

527

0

0

Holz

594

139

128

Gemischte Elektronik und Elektro- und Elektronik-Altgeräte

132

0

0

Bioabfall

16

20

0

Akkus und Batterien

8

0

0

Sonstiges

0

0

307

Papier

289

0

648

Gefährlicher Abfall

Sonderindustrieabfälle

274

102

69

Festangestellte Mitarbeiter sind Arbeitnehmer mit unbefristeten Arbeitsverträgen mit einer E-Mail-Adresse bei Hager und Zugang zur internen Kommunikationsplattform Hager Live. Diese Gruppe umfasst in der Regel das gesamte Büropersonal, mit Ausnahme der meisten Mitarbeiter der Produktion und Bediener sowie Servicepersonal.

Klimabezogen Risiken und Chancen sind Teil unserer allgemeinen Klimastrategie. Sie werden zwar primär im Rahmen des Klima-Übergangsplans behandelt, sind aber auch grundlegender Bestandteil unserer Anpassungsbemühungen. Aus Gründen der Klarheit und Schwerpunktausrichtung werden diese Aspekte im Bericht nicht gesondert behandelt, sondern sind in die allgemeinen strategischen und operativen Maßnahmen hinsichtlich des Klimawandels eingebettet.

FM Global ist ein Versicherer auf Gegenseitigkeit, der sich auf Dienstleistungen in den Bereichen Versicherung von gewerblichen Immobilien und Risikomanagement spezialisiert hat. Der Versicherer führt technische Bewertungen vor Ort durch und nutzt ein unternehmenseigenes Instrument zur Risikomodellierung, um standortspezifische Risiken zu bewerten, Risikostufen zu quantifizieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Resilienz vorzuschlagen.

Der Kontrollansatz ist eine Methode zur Konsolidierung der Nachhaltigkeitsangaben, wobei das Unternehmen über 100 % der Auswirkungen des Betriebs berichtet, über den es unabhängig von Eigentum die volle Genehmigung zur Einführung und Umsetzung betrieblicher Richtlinien besitzt. Dies stimmt mit dem Treibhausgasprotokoll überein und wird in ESRS E1-6 Abs. 46 erwähnt.

Die Kategorien leiten sich aus dem Treibhausgasprotokoll ab.

EcoInvent ist eine umfassende Datenbank für Lebens­zyklus­analysen aus der Schweiz, die qualitativ hochwertige Emissionsfaktoren und Umweltdaten bereitstellt.

ADEME (Agence de la transition écologique) ist die französische Agentur für Umwelt- und Energiemanagement, die offizielle Emissionsfaktoren und Orientierungshilfen für die Berechnung von Treibhaus­gas­emissionen zur Verfügung stellt.

EIME (Environmental Information and Management Explorer) ist eine von der CODDE (Bureau Veritas) entwickelte Software zur Lebenszyklusbewertung, die eine firmeneigene Datenbank zur Bereitstellung von Emissionsfaktoren- und Umweltverträglichkeitsdaten zum Einsatz bringt.

Die Internationale Energieagentur (IEA) ist eine zwischenstaatliche Organisation, die zuverlässige Energiedaten, politische Beratung und langfristige Prognosen zur Unterstützung der globalen Energiesicherheit und Nachhaltigkeit bereitstellt.

Die AIB (Association of Issuing Bodies) ist eine europäische Organisation, die Herkunftsnachweise (Guarantees of Origin; GO) verwaltet und durch die Zertifizierung der Herkunft von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen zuverlässige marktbasierte Emissionsfaktoren ermöglicht.

Carbone 4 ist ein unabhängiges Beratungsunternehmen, das Organisationen bei ihrer Dekarbonisierungsstrategie und der Anpassung an klimabezogene Risiken unterstützt.

Beim Stated Policies Scenario (STEPS) wird davon ausgegangen, dass sich der globale Strombedarf bis 2021 erholt und den Stand im Zeitraum vor der Covid-19-Pandemie übertrifft. In Indien wächst der Strombedarf bis 2030 am meisten, gefolgt von Südostasien und Afrika. China steht für über 40% des weltweiten Wachstums bis 2030. 90% des weltweiten Wachstums des Strombedarfs über die nächsten zwei Jahrzehnte kommen aus erneuerbaren Energien, allen voran aus Solarenergie, während der Einsatz von Kohle bis 2040 auf unter 20% des globalen Energiebedarfs sinkt.

Eingebettete Emissionen (auch als verkörperte Emissionen bezeichnet) beziehen sich auf sämtliche Treibhaus­gas­emissionen, die während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder eines Materials erzeugt werden, einschließlich derjenigen, die aus der Gewinnung, Herstellung, Verarbeitung und Beförderung von Rohstoffen bis zum Verwendungsort entstehen.

Westlake Vinnolit ist ein führender europäischer Hersteller von PVC, der ein breites Spektrum von qualitativ hochwertigen Produkten für verschiedene industrielle Anwendungen anbietet. Das Unternehmen gehört zur Westlake Corporation, einem globalen Chemie- und Kunststoffhersteller mit Hauptsitz in den USA.

PVC (Polyvinylchlorid) ist ein vielseitiger Thermoplast, der in einer Vielzahl von Anwendungen wie Bau, Elektroinstallationen und Konsumgütern eingesetzt wird. Es wird aufgrund seiner Haltbarkeit, chemischen Beständigkeit und Recyclingfähigkeit geschätzt.

Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) liegt der durchschnittliche jährliche Stromverbrauch pro Haushalt in Europa je nach Land und Haushaltsgröße bei rund 3.500 bis 4.000 kWh.

Im Rahmen der Überarbeitung der ETS-Richtlinie im Jahr 2023 wurde ein neues Emissionshandelssystem namens ETS2 geschaffen, das vom bestehenden EU ETS unabhängig ist.

Assent ist eine Managementplattform für die Nachhaltigkeit von Lieferketten, die Unternehmen dabei unterstützt, behördliche Anforderungen und Kundenwünsche in Bezug auf Produkt-Compliance, ESG und verantwortungsvolle Beschaffung zu erfüllen. Durch die Datenerfassung sowie Workflows zur Lieferanteneinbindung und Sorgfaltspflicht hilft Assent bei der Bewertung von Risiken in Lieferketten und verbessert die Transparenz zu Themen wie REACH, RoHS, Konfliktmineralien und Menschenrechten.

Daten auf der Grundlage des von den Lieferanten erhaltenen Feedbacks

Hier ist zu beachten, dass andere Kategorien wie Elektronik und Handelswaren in der folgenden Aufschlüsselung nicht enthalten sind.

Die gemeldeten Daten zu Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit basieren in erster Linie auf Schätzungen von Sachverständigen. Diese werden durch Kundenbesuche, den Austausch mit Branchenvertretern, informelle Marktinformationen, die auf Messen und Ausstellungen gesammelt wurden, und gegebenenfalls durch standardisierte Methodiken wie die Ecopassport Product Category Rules unterstützt.

Das Integrated Biodiversity Assessment Tool (IBAT) ist ein webbasiertes Tool zur Entscheidungsfindung, mit dem man Zugang zu globalen Datensätzen über Arten erhält, einschließlich der Arten, die auf der Roten Liste schutzbedürftiger Arten der IUCN stehen. Zudem gibt es Zugang zur Weltdatenbank über geschützte Gebiete (World Database on Protected Areas; WDPA) und zu den Biodiversitäts-Schwerpunktgebieten (Key Biodiversity Areas; KBA). Es unterstützt Unternehmen, Finanzinstitute und Regierungen bei der Bewertung von Biodiversitätsrisiken und -chancen im Rahmen von Planungs- und Entscheidungsprozessen. www.ibat-alliance.org.

Biodiversitäts-Schwerpunktgebiete (Key Biodiversity Areas; KBA) sind Regionen, die wesentlich zur Aufrechterhaltung der weltweiten Biodiversität beitragen und anhand standardisierter Kriterien in Bezug auf bedrohte Tierarten, Ökosysteme und ökologische Integrität bestimmt werden. Das Rahmenwerk für KBA wird von der KBA Partnership koordiniert, zu der Organisationen wie BirdLife International, die IUCN und Conservation International gehören. www.keybiodiversityareas.org.

Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) ist eine globale Organisation, die sich dem Schutz der Natur und der zu ihrer Erhaltung erforderlichen Maßnahmen widmet. Sie verwaltet die IUCN Red List of Threatened Species™ (Rote Liste gefährdeter Arten der IUCN), das umfassendste Verzeichnis des weltweiten Erhaltungszustands von Pflanzen- und Tierarten. www.iucn.org.

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