Einleitung
01
Einleitung
Hagers ‚Human Sustainability‘ legt den Schwerpunkt auf die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, auf Vielfalt, Inklusion, Entwicklungsmöglichkeiten und kontinuierliches Lernen.
Dieser Ansatz unterstreicht, dass eine nachhaltige Zukunft sowohl von einem gesunden Planeten als auch von florierenden Gemeinschaften bestimmt wird.
70-jähriges Jubiläum
Hager ist stolz darauf, im Jahr 2025 sein 70-jähriges Jubiläum zu feiern. Wir sind ein Familienunternehmen, dessen Ziel es ist, die elektrische Welt von morgen zu gestalten, indem wir Lösungen anbieten, die Sicherheit, Intelligenz und Nachhaltigkeit vereinen.
Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt unseres Handelns und ist für unser Unternehmen ebenso wichtig wie die Nutzung digitaler Technologien und unser absoluter Fokus auf erstklassigen Kundenservice. Diese drei Aspekte bilden die Grundlage unserer Strategie „Projekt 2030“.
Unser Ansatz zur Nachhaltigkeit besteht darin, schrittweise einen möglichst umfassenden Referenzrahmen aufzubauen. Unsere Initiative „Blue Planet Commitment“ (BPC) hat es uns ermöglicht, grundlegende Erkenntnisse über unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu gewinnen und in den letzten Jahren effektive und transparente Fortschritte in diesem Bereich zu erzielen.
Im Einklang mit unserem Engagement für verantwortungsbewusstes Wachstum gewinnt unser Ansatz zur Nachhaltigkeit nun an Umfang und strategischer Bedeutung. Bei Hager betrachten wir Nachhaltigkeit als eine gemeinsame Aufgabe, und um eine möglichst große Wirkung zu erzielen, ist die Zusammenarbeit entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette erforderlich.
Infolgedessen arbeiten wir enger denn je mit unseren Stakeholdern zusammen, um gemeinsamen Fortschritt zu fördern. Durch die Vertiefung unserer Partnerschaften mit Lieferanten, Kunden und Partnern entwickeln wir gemeinsam Lösungen, die sowohl wettbewerbsfähig als auch umweltverträglich sind. Dies spiegelt sich in der Entwicklung einer verantwortungsvollen Beschaffung, der Förderung der Kreislaufwirtschaft und der Unterstützung innovativer Lösungen wider.
Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts 2030 eine neue Dimension eingeführt, die die bestehenden BPC-Maßnahmen zur ökologischen Nachhaltigkeit ergänzt. Wir nennen dies „Human Sustainability“.
Unser neues Programm zur Human Sustainability spiegelt die Werte wider, nach denen Hager seit der Gründung des Unternehmens vor 70 Jahren lebt und arbeitet. Wir glauben, dass Menschen – Kollegen, Lieferanten und Geschäftspartner – der Schlüssel zu einer nachhaltigen Transformation sind und dass ihre Entwicklung zu einem nachhaltigen Wachstum beiträgt.
Dieses Programm baut auf den vielen bereits laufenden Initiativen innerhalb unserer Organisation auf und stützt sich auf bewährte Verfahren zur Schaffung eines Arbeitsumfelds, das Teams in die Lage versetzt, einen sinnvollen Mehrwert zu schaffen. Es stellt Gesundheit und Sicherheit, Vielfalt und Inklusion, Entwicklungsmöglichkeiten und kontinuierliches Lernen in den Vordergrund.
Vor allem unterstreicht „Human Sustainability“ unsere Überzeugung, dass eine nachhaltige Zukunft nicht nur von der Gesundheit unseres Planeten abhängt, sondern auch von einem gesunden und erfüllenden Arbeitsumfeld und von Gemeinschaften, die diese Werte im Geiste der täglichen Zusammenarbeit mit Leben füllen. Wir lernen und wachsen, entwickeln uns weiter und gedeihen gemeinsam – immer.
01.1
Förderung der Dekarbonisierung über unseren Fußabdruck hinaus
Hager ist einer der weltweit führenden Hersteller und Lieferanten im Energie- und Elektrosektor. Damit nehmen wir eine wichtige Position ein: Wir sind uns der entscheidenden Rolle bewusst, die wir bei der Sicherung einer nachhaltigeren Zukunft für unsere Mitarbeiter, unsere Gemeinden und unseren Planeten spielen müssen, und wir verstehen, dass wir die Verantwortung haben, unser Wissen, unsere Fachkompetenz und unseren Einfluss zu nutzen, um zu positiven Veränderungen beizutragen.
Darüber hinaus können wir unsere geschäftlichen Kompetenzen auch für die Belange der Nachhaltigkeit einsetzen. Im Jahr 2024 erwarb Hager beispielsweise Advizeo, einen führenden Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Energiemanagement und Überwachungssoftware. Dies ist ein strategischer Schritt, um unser Energieeffizienz-Angebot für unsere Kunden zu erweitern und damit unser Engagement für innovativen und nachhaltigen Fortschritt zu stärken.
Wir setzen uns auch für die Erreichung langfristiger Klimaziele ein, indem wir Strategien und Produkte entwickeln, die emissionsfreie Gebäude, erhöhte Energiestandards und einen schrittweisen Übergang zu einem Verzicht auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren fördern. Im Mittelpunkt steht dabei die Umsetzung digitaler und intelligenter Lösungen, die zu einer saubereren, sichereren und nachhaltigeren Wirtschaft und Gesellschaft beitragen.
Das Modell der kollaborativen Wertschöpfungskette von Hager verfolgt einen dreifachen Ansatz, wie im Diagramm illustriert, um den Klimaschutz voranzutreiben.
Dieses integrierte Modell bringt die interne Transformation mit der externen Wertschöpfung in Einklang und fördert den Klimaschutz im gesamten Ökosystem, vom Betrieb über die Partner bis hin zu den Endnutzern.
Hager forciert zudem die Dekarbonisierung in Gebäuden durch strategische Investitionen in das digitale Energiemanagement. Durch die Ausstattung von Gebäuden mit intelligenten Softwareplattformen ermöglichen wir die Echtzeitüberwachung, -steuerung und -optimierung des Energieverbrauchs und tragen damit direkt zur Vermeidung von Emissionen und zu einem nachhaltigeren Gebäudebetrieb bei.
Im Jahr 2024 führten die Energiemanagementsysteme bei Hager zu einem vermiedenen Energieverbrauch von insgesamt 1,4 TWh, was dem jährlichen Stromverbrauch von über 350.0001 europäischen Haushalten und 3782 kt CO₂ an vermiedenen Emissionen entspricht. Diese Ergebnisse wurden durch den Einsatz intelligenter Überwachungs-, Automatisierungs- und Optimierungstechnologien in Tausenden von Gebäuden in ganz Europa erzielt.
Hagers dreigliedriger Ansatz zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen:
Die größten klimabezogenen Effekte, die wir durch unsere Branche hervorrufen können, bestehen darin, unseren Interessengruppen die Senkung ihrer eigenen Kohlenstoffemissionen zu ermöglichen.
Daher ist es wichtiger denn je, vermiedene Emissionen, also die Emissionen, die unsere Kunden durch uns vermeiden, zu nutzen.
Mit unserem wachsenden Portfolio an Energiemanagement-Lösungen ist Hager hervorragend aufgestellt, um eine systemische Dekarbonisierung voranzutreiben. Durch die Integration von Intelligenz und Effizienz in die geschaffene Infrastruktur erzielen wir Fortschritte durch den Einsatz von Technologie und schaffen darüber hinaus einen messbaren Mehrwert für das Klima.
01.2
Erfolge im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit im Jahr 2024
Bei unserem Streben, die elektrische Welt von morgen zu gestalten, legt Hager konsequent Wert auf hervorragende Leistungen im Bereich der Nachhaltigkeit. Im Jahr 2024 haben wir die Integration effizienter Energielösungen sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Produktionsprozesse beschleunigt und darüber hinaus unser starkes Bekenntnis zu ethischen Geschäftsstandards bekräftigt.
Diese Erfolge unterstreichen unsere Bemühungen zur Verringerung unserer Umweltauswirkungen sowie unser Bestreben, im Bereich Nachhaltigkeit eine Führungsrolle zu übernehmen. Die Highlights des vergangenen Jahres aus dem Bereich Nachhaltigkeit präsentieren wir Ihnen hier.
Das 70-jährige Bestehen zu feiern, bedeutet für Hager mehr, als nur unsere Vergangenheit zu ehren: Wir möchten auch unser Engagement für eine nachhaltigere Zukunft bekräftigen.
Jede Innovation, jede Partnerschaft und jeder Meilenstein reiht sich ein in die Schritte der nachhaltigen Entwicklung und gehört zur Geschichte von Hager.
Umwelt
Maßnahmen für den Klimawandel, die Ausbildung unserer Mitarbeiter und das Angebot nachhaltiger Produkte für unsere Kunden.
20% Einsparung von Scope-1- und -2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2021 (standortbasiert).
5 GWh unseres Energiebedarfs werden durch Photovoltaikanlagen und Biomasse abgedeckt.
Über 90% der Ingenieure aus den Bereichen Technik und Industrialisierung haben an Ökodesign-Schulungen teilgenommen.
Bidirektionales Laden, das von E3/DC auf den Markt gebracht wurde.
In den Tehalit Sockelleistenkanal wurde Recycling-PVC integriert, um den CO₂-Fußabdruck zu senken und es somit umweltfreundlicher zu gestalten.
Die Energieeinsparungen von 1,4 TWh durch unsere Lösungen und unser Energiemanagement entsprechen dem jährlichen Stromverbrauch von über 350.000 europäischen Haushalten.
Das entspricht 378 kt CO₂e an vermiedenen Emissionen.
Ethik
Getreu unseren Werten handeln – Transparenz, Verantwortung und Respekt.
Umfassendes Ethikprogramm vorhanden; Warnsystem, Ethik-Charta, Schulung, Botschafternetzwerk.
22 Ethikbotschafter in den zehn wichtigsten Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist.
Über 3.000 Kollegen wurden über unser maßgeschneidertes Programm mit dem Titel „Let’s practice!“ geschult.
80% der fest angestellten Mitarbeiter durchlaufen eine Schulung zum Thema Ethik.
Mitarbeiter
Schaffung eines sicheren Umfelds, das unsere Belegschaft zur eigenverantwortlichen Leistung ermutigt.
Das Programm „Human Sustainability“ wurde als Teil unserer Strategie namens „Projekt 2030“ gestartet.
Die Programme „Early Careers“ und „Eureka“ unterstützen die langfristige Nachfolgeplanung und die Entwicklung von Fachkräften.
Verabschiedung einer Erklärung über die Grundsätze der Achtung der Menschenrechte.
Unterzeichnung der Charta für Diversität zusammen mit der Charte de la diversité, einer französischen Initiative zur Förderung von Diversität und Inklusion am Arbeitsplatz.
Rückgang der Häufigkeit von Unfällen mit Ausfallzeit (Lost Time Accident Rate; LTAR) nach dem Start des Mission-Zero-Programms um 33%.
30% der offenen Stellen durch interne Mitarbeiter besetzt.
Nachhaltige Beschaffung
Förderung nachhaltigerer Praktiken und Schutz der Menschenrechte in der gesamten Wertschöpfungskette.
Einführung der Richtlinie für nachhaltigere Beschaffung; Verpflichtung zu weniger Risiken in der Lieferkette bei Lieferanten mit hohem Nachhaltigkeitsrisiko bis 2030.
Onboarding von 12 Lieferanten im Rahmen unseres Pilotprogramms für nachhaltigere Beschaffung mit EcoVadis.
01.3
Exzellenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung
01.3.1
Engagement und Herangehensweise
ESRS 2 GOV-5 Abs. 36 Allgemeine Angaben
GRI 2-14 Allgemeine Angaben
Eine in hohem Maße offene und transparente Berichterstattung über Nachhaltigkeit ist für die Erreichung unserer gemeinsamen Nachhaltigkeitsziele von grundlegender Bedeutung. Nur durch eine ehrliche Bewertung unserer Leistung in diesem Bereich können wir annähernd verstehen, wie weit wir gekommen sind und wie viel mehr es noch zu erreichen gilt.
Wir haben uns einer gewissenhaften Berichterstattung verpflichtet. Wir übernehmen die Verantwortung für unsere Bemühungen und möchten die Risiken und Chancen ermitteln und angehen, die sowohl in finanziellen als auch in nicht finanziellen Bereichen unseres Geschäftsbetriebs anzutreffen sind.
Über einen Zeitraum von drei Jahren haben wir einen strukturierten Fahrplan umgesetzt, um Exzellenz in unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung sicherzustellen, und dadurch unsere Leistung und Transparenz bei der Berichterstattung über die Themen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) deutlich verbessert. Im Mittelpunkt stand die Schaffung einer soliden Grundlage, indem wir Pionierarbeit bei der doppelten Wesentlichkeitsanalyse geleistet, anhand von EcoVadis- und CDP-Kriterien Benchmarks erstellt und etwaige Lücken in unseren Nachhaltigkeitspraktiken ermittelt haben.
Daraus konnten wir einen strategischen Ansatz für die Nachhaltigkeit erstellen, der mit internen Interessengruppen abgestimmt wurde und in dem klare Zielvorgaben für Verbesserungen enthalten sind. Das Ergebnis sind zwei bedeutende Fortschritte im Jahr 2024:
- Die EcoVadis-Platin-Auszeichnung
- CDP-B-Score im Bereich Klimawandel
Mithilfe der folgenden zwei entscheidenden Tools konnten wir unsere Leistungen im Bereich der Berichterstattung entscheidend verbessern: dem Modell Data Governance 2.0 und unserem Sustainability Digital Backbone.
Durch Data Governance 2.0 haben wir ein robustes, standardisiertes Rahmenwerk für die Erfassung, Verifizierung und Validierung von Nachhaltigkeitsdaten in der gesamten Organisation errichtet. Im Rahmenwerk Data Governance 2.0 von Hager wird jedem wesentlichen Nachhaltigkeitsdatenpunkt sowohl ein Dateneigentümer als auch ein Datenspezialist zugewiesen, um Rechenschaftspflicht und Datenintegrität zu gewährleisten.
Der Dateneigentümer ist für die strategische Relevanz, Compliance und Gesamtqualität der Daten verantwortlich und nimmt in der Regel eine Führungsrolle innerhalb der Geschäftsfunktion ein. Der Datenspezialist kümmert sich um die technische Genauigkeit und den täglichen Umgang mit den Daten und stellt sicher, dass diese korrekt erhoben, validiert und verwaltet werden. Diese klare Rollendefinition erhöht die Verlässlichkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung und sorgt dafür, dass sie mit strengen Standards wie CSRD und GRI im Einklang steht.
Der Sustainability Digital Backbone bietet die technologische Infrastruktur zur Automatisierung von Datenströmen, zur Aufnahme mehrerer Berichtsstandards und zur Ermöglichung von Echtzeiteinblicken. Dadurch wird die Berichterstattung von einer Compliance-Übung zu einem strategischen Vorteil.
Der Sustainability Digital Backbone bei Hager ist als Ende-zu-Ende-System konzipiert, das den gesamten Lebenszyklus der Daten unterstützt. Es stellt sicher, dass Nachhaltigkeitsdaten nicht nur erfasst und gemeldet, sondern auch von allen Interessengruppen aktiv bei der Entscheidungsfindung und kontinuierlichen Verbesserung genutzt werden können.
Dieses Lebenszyklusmodell beginnt mit der Erfassung von Daten aus verschiedenen Quellen, wie Energiezählern, Beschaffungssystemen und HR-Plattformen. Die Daten durchlaufen dann eine Datenvalidierung, -standardisierung und -integration und werden schließlich in einer zentralen Plattform gespeichert.
Von dort aus werden die Daten einer Vielzahl von Anwendern zugänglich gemacht, darunter die Betriebsteams, Nachhaltigkeitsmanager, die Finanzabteilung sowie Führungskräfte, die jeweils Zugriff auf maßgeschneiderte Dashboards und Analysetools haben. Dadurch wird sichergestellt, dass die Daten nicht nur gesammelt, sondern auch funktionsübergreifend weitergegeben werden, was Echtzeiteinblicke, Szenario-Modellierung und strategische Planung ermöglicht.
Die Einblicke, die durch den gesamten Berichterstattungsprozess entstehen, gehen weit über die bloße Transparenz hinaus. Je besser wir die Wirksamkeit unserer Entscheidungsfindung zur Nachhaltigkeit verstehen, desto besser können wir als Unternehmen eine Vision gestalten, strategische Ansätze formulieren und immer effektivere Initiativen im Bereich der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rücken.
Zur Gewährleistung von Glaubwürdigkeit, Transparenz und der Ausrichtung an unserer Unternehmensstrategie wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung bei Hager vom Sustainability Council überwacht, in den der Chief Executive Officer (CEO), der Chief Human Resource Officer (CHRO) und der Chief Technical Officer (CTO) direkt eingebunden sind.
Diese Führungskräfte prüfen und genehmigen den Inhalt des Nachhaltigkeitsberichts, stärken damit die Rechenschaftspflicht auf höchster Ebene und stellen sicher, dass die Angaben sowohl die regulatorischen Erwartungen als auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens widerspiegeln.
01.3.2
Umfang und externe Prüfung des Berichts
ESRS 2 BP-1 Abs. 5 Allgemeine Angaben
GRI 2-2 und 2-5 Allgemeine Angaben
Dieser Bericht enthält Daten zur Nachhaltigkeitsleistung im Geschäftsjahr 2024. Die Daten werden unter Anwendung eines operativen Konsolidierungsansatzes erstellt, der mit dem Geltungsbereich des Jahresabschlusses von Hager übereinstimmt.
Im Bericht geht es neben unseren eigenen Tätigkeiten auch um erhebliche vor- und nachgelagerte Aktivitäten in unserer Wertschöpfungskette, in denen wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen auftreten. Vorgelagerte Aktivitäten umfassen unsere direkten und indirekten Lieferanten, einschließlich der Beschaffung von Rohstoffen, Komponenten und Dienstleistungen. Bei den nachgelagerten Aktivitäten geht es um den Vertrieb, die Installation, die Nutzungsphase und den Umgang mit unseren Produkten am Ende ihrer Nutzungsdauer.
Im Rahmen unseres Engagements für Transparenz und Einbeziehung der Interessengruppen werden alle relevanten Standards, auf die in diesem Bericht verwiesen wird, im Berichtstext deutlich angegeben. Eine Konsolidierung dieser Standards und Offenlegungsthemen ist im Index hervorgehoben.
In diesem Jahr haben wir außerdem Forvis Mazars, einen unabhängigen externen Wirtschaftsprüfer, beauftragt, eine eingeschränkte Prüfung unserer CO₂-Bilanz für das Basisjahr 2021 und das Berichtsjahr 2024 durchzuführen.
Die Beauftragung von Forvis Mazars mit einer eingeschränkten Prüfung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Stärkung der Glaubwürdigkeit und Transparenz unserer Nachhaltigkeitsangaben. Dadurch wird auch die schrittweise Angleichung unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung an die Anforderungen von CSRD und ESRS sichergestellt. Die Ergebnisse dieses Prüfungsauftrags sind am Ende dieses Berichts enthalten.
01.3.3
Rahmenwerke und Standards
ESRS 2 BP-2 Abs. 15 Allgemeine Angaben
Der diesjährige Bericht von Hager steht im Einklang mit Standards der Global Reporting Initiative (GRI) und nimmt Bezug auf die europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (European Sustainability Reporting Standards; ESRS). Hager berichtet bereits seit dem Berichtsjahr 2023 nach den GRI-Standards.
Durch die Anwendung der GRI-Standards wird sichergestellt, dass die Angaben gegenüber dem Vorjahr konsistent, transparent und vergleichbar sind. Nach der GRI-Methodologie müssen mithilfe eines strukturierten Prozesses, der die Einbindung der Interessengruppen und eine doppelte Wesentlichkeitsprüfung umfasst, wesentliche Themen ermittelt und priorisiert werden.
Daraus ergibt sich eine Berichterstattung, die den Erwartungen unserer Interessengruppen und den Anforderungen neuer Verordnungen, einschließlich der CSRD, in höherem Maße gerecht wird.
Im Februar 2025 stellte die Europäische Kommission ein Omnibus-Vereinfachungspaket vor, das unter anderem zur Simplifizierung bestimmter behördlicher Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung beitragen soll. Ein wichtiges Element ist der „Stop-the-Clock“-Mechanismus, mit dem die Fristen für die CSRD-Berichte für die zweite und dritte Welle von Unternehmen um zwei Jahre verschoben werden. Diese Maßnahme wurde vom Europäischen Parlament im April 2025 und anschließend vom Rat genehmigt.
Gemäß dem bisherigen CSRD-Zeitplan wäre Hager verpflichtet gewesen, mit der Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2025 zu beginnen, und hätte die Angaben 2026 veröffentlichen müssen. Aufgrund der Verschiebung verzögert sich diese Verpflichtung nun möglicherweise um zwei Jahre.
Dennoch bekräftigen wir unser Streben nach Exzellenz, indem wir auf freiwilliger Basis nach den höchsten uns zur Verfügung stehenden Standards berichten und so kontinuierliche Fortschritte in Richtung einer verbesserten Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Bereitschaft dazu sicherstellen.
Bericht eines unabhängigen Sachverständigen über eine Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit von Treibhausgasemissionen
An Hager SE, Blieskastel
Schlussfolgerung zur Prüfung
Wir haben eine Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit der Leistungsindikatoren für Treibhausgasemissionen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3) der Hager SE, Blieskastel (nachfolgend „das Unternehmen“) für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie für den Basiszeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 vorgenommen, wie im Nachhaltigkeitsbericht 2024/25 der Hager Group in Abschnitt 06.2.4 „Unser CO₂-Fußabdruck“ (im Folgenden „Treibhausgasemissionen“) dargelegt ist.
Mit Ausnahme der im obigen Absatz dargelegten Tätigkeiten, die den Umfang unseres Auftrags beschreiben, haben wir keine weiteren Prüfungshandlungen hinsichtlich der übrigen Informationen im Nachhaltigkeitsbericht 2024/25 der Hager Group oder in Bezug auf die Angaben für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 durchgeführt und geben demzufolge keine Schlussfolgerung zu diesen Informationen ab.
Unsere Prüfungshandlungen und die dadurch erlangten Nachweise haben keine Sachverhalte ergeben, anhand derer wir davon ausgehen, dass die Treibhausgasemissionen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3) des Unternehmens für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 und für den Basiszeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht unter Einhaltung des „A Corporate Accounting and Reporting Standard – Revised Edition“ sowie des „Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard“ der Greenhouse Gas Protocol Initiative (im Folgenden „GHG Protocol“) erstellt worden sind.
Grundlage für die Schlussfolgerung
Wir haben unseren Prüfungsauftrag gemäß dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3410: „Assurance Engagements on Greenhouse Gas Statements“ (Prüfungsaufträge zu Treibhausgaserklärungen) durchgeführt, der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) herausgegeben wurde. Unsere Aufgaben sind im Abschnitt „Verantwortung des Wirtschaftsprüfers für die Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit zu Treibhausgasemissionen“ näher beschrieben.
Wir haben sowohl die deutschen berufsständischen Vorschriften zur Unabhängigkeit als auch die sonstigen berufsständischen Verhaltensregeln eingehalten. Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft richtet sich nach den nationalen gesetzlichen Vorschriften sowie den berufsständischen Verlautbarungen, insbesondere der BS WP/vBP „Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer“: Satzung der Wirtschaftsprüferkammer über die Rechte und Pflichten bei der Ausübung der Berufe des Wirtschaftsprüfers und des vereidigten Buchprüfers und des IDW-Standards „Qualitätsmanagement“ des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW): Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (IDW QMS 1 (09.2022)) und verfügt über ein entsprechendes umfassendes Qualitätsmanagementsystem, einschließlich dokumentierter Richtlinien und Verfahren zur Einhaltung der berufsständischen ethischen Anforderungen, der Berufsstandards sowie der einschlägigen gesetzlichen und sonstigen rechtlichen Anforderungen.
Wir sind der Auffassung, dass die gewonnenen Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unseren Bestätigungsvermerk bilden.
Aufgaben der gesetzlichen Vertreter für Treibhausgasemissionen
Den gesetzlichen Vertretern obliegt es, die Treibhausgasemissionen in Einklang mit dem GHG-Protokoll wie in Abschnitt 06.2.4.1 „Methodik“ erläutert zu erfassen und alle internen Kontrollen durchzuführen, die nach Ansicht der gesetzlichen Vertreter erforderlich sind, um die Erstellung einer Treibhausgasbilanz zu ermöglichen, die frei von wesentlichen falschen Angaben ist, sei es aufgrund von Betrug (Manipulation der Treibhausgasemissionen) oder Fehlern.
Dazu gehören die Auswahl und Anwendung geeigneter Methoden zur Ermittlung der Treibhausgasemissionen sowie die Erstellung von Annahmen und Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind.
Gemäß Abschnitt 06.2.4.1 „Methodik“ birgt die Quantifizierung von Treibhausgasen inhärente Unsicherheiten, da die zur Bestimmung der Emissionsfaktoren erforderlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse und die zur Zusammenfassung der Emissionen verschiedener Gase benötigten Werte unvollständig sind. Treibhausgasprozesse unterliegen zudem Unsicherheitsfaktoren bei der Schätzung und/oder Messung aufgrund der zur Quantifizierung der Emissionen verwendeten Mess- und Berechnungsverfahren, die auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basieren.
Bericht eines Sachverständigen über eine Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit zu Treibhausgasemissionen
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Schlussfolgerung mit eingeschränkter Sicherheit zu formulieren, basierend auf unserer Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit, ob wir auf diverse Sachverhalte aufmerksam geworden sind, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die Treibhausgasemissionen nicht in allen wesentlichen Belangen gemäß dem GHG-Protokoll erstellt wurden.
Die Auswahl der Verfahren, der Zeitpunkt ihrer Durchführung und ihr Umfang hängen von unserem fachlichen Urteil ab, wobei wir unter anderem das Risiko wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von Betrug oder Fehlern bewerten, auf die unter den gegebenen Umständen erforderliche Weise auf die bewerteten Risiken reagieren und die Gesamtdarstellung beurteilen. Eine Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit ist vom Umfang her wesentlich geringer als eine Prüfung mit angemessener Sicherheit, sowohl in Bezug auf die Risikobewertungsverfahren, einschließlich des Verständnisses der internen Kontrollen, als auch in Bezug auf die Verfahren, die als Reaktion auf die bewerteten Risiken durchgeführt werden.
Im Rahmen unserer Prüfung mit eingeschränkter Sicherheit haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen und sonstigen Tätigkeiten durchgeführt:
- Befragung der gesetzlichen Vertreter und der an der Erstellung der Leistungsindikatoren für Treibhausgasemissionen beteiligten Mitarbeiter, um sich ein Bild vom Erstellungsprozess, den internen Kontrollen im Zusammenhang mit diesem Prozess sowie den Angaben zu den Leistungsindikatoren für Treibhausgasemissionen zu machen;
- Identifizierung und Bewertung des Risikos wesentlicher Falschangaben in den Treibhausgasemissionen;
- Beurteilung der Angemessenheit der Schätzungen der gesetzlichen Vertreter und der damit verbundenen Erläuterungen;
- Prüfung der relevanten Dokumentation der Systeme und Prozesse zur Erfassung, Aggregation und Validierung von Daten im Berichtszeitraum;
- Durchführung analytischer Prüfungshandlungen bei ausgewählten Angaben;
- Bewertung der Gesamtdarstellung der Leistungsindikatoren zu Treibhausgasemissionen im Nachhaltigkeitsbericht.
Nutzungsbeschränkung
Wir weisen darauf hin, dass der Prüfungsauftrag für die Zwecke des Unternehmens durchgeführt wurde und dass der Bericht ausschließlich dazu dient, das Unternehmen über das Ergebnis des Bestätigungsauftrags zu informieren. Er ist daher für keine anderen als die oben genannten Zwecke geeignet. Folglich dient der Bericht nicht dazu, von Dritten für (finanzielle) Entscheidungen herangezogen zu werden. Wir tragen unsere Verantwortung ausschließlich gegenüber der Gesellschaft. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung gegenüber Dritten.
Allgemeine Auftragsbedingungen und Haftung
Die beigefügten Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüferinnen, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2024 (www.forvismazars.com/de/de/services/audit-assurance/auftragsbedingungen) gelten für diesen Auftrag, auch gegenüber Dritten. Wir verweisen zudem auf die Haftungsbestimmungen unter Nr. 9 und auf den Haftungsausschluss gegenüber Dritten. Wir lehnen jegliche Verantwortung, Haftung oder sonstige Verpflichtungen gegenüber Dritten ab, außer soweit wir mit dem jeweiligen Dritten eine schriftliche Vereinbarung getroffen haben oder eine Haftung nicht wirksam ausgeschlossen werden kann.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir diesen Prüfbericht nicht überarbeiten werden, sofern nach seiner Ausstellung keine Ereignisse oder Umstände eintreten, die eine Überarbeitung erforderlich machen, es sei denn, dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Alle Personen, die die in diesem Bericht zusammengefassten Ergebnisse unserer Arbeit zur Kenntnis nehmen, sind selbst dafür verantwortlich, zu entscheiden, ob und in welcher Weise diese Informationen für ihre Zwecke nützlich oder geeignet sind, und sie durch eigene Überprüfungsverfahren zu ergänzen, zu verifizieren oder zu aktualisieren.
Frankfurt am Main, 11. September 2025
Forvis Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Yvonne Meyer
Wirtschaftsprüferin
German Public Auditor
Annette Johne
Wirtschaftsprüferin
German Public Auditor
01.4
Mitgliedschaften und Auszeichnungen im Nachhaltigkeitsbereich
Nachhaltigkeit ist sowohl für Hager als auch für unsere Kunden ein entscheidender Faktor für zukünftigen Wohlstand. Das Erreichen von Spitzenleistungen im Bereich Nachhaltigkeit ist jedoch mehr als nur eine Strategie – es ist unsere Leidenschaft. Dies spiegelt sich in unseren Partnerschaften mit führenden internationalen Nachhaltigkeitsorganisationen wider. Die Auswahl der Ratingverfahren und Zertifizierungen basiert auf unserer Wesentlichkeitsanalyse und branchenspezifischen Aspekten, um die Übereinstimmung mit den Interessen unserer verschiedenen Stakeholder und die damit verbundene Schaffung von Mehrwert sicherzustellen.
01.4.1
Mitgliedschaften im Nachhaltigkeitsbereich
Unsere Nachhaltigkeitsleistung wird von einer Vielzahl anerkannter Zertifizierungs- und Aufsichtsbehörden bewertet, in denen Hager Mitglied ist. Hager begrüßt diese Bewertungen. Sie ermöglichen es unseren Interessengruppen, unser Engagement für Nachhaltigkeit zu bewerten und mit Unternehmen in der Branche zu vergleichen. Zudem können wir damit darstellen, dass unser Unternehmen die Erwartungen der Rechtsvorschriften und des Marktes übertrifft.
01.4.2
Nachhaltigkeitsauszeichnungen im Jahr 2024
Der Schlüssel zum Erfolg unserer kollaborativen Wertschöpfungskette liegt darin, Vertrauen aufzubauen,
Verantwortung gemeinsam zu tragen und Nachhaltigkeitsziele mit dem Unternehmenswert in Einklang zu bringen – denn echter Fortschritt entsteht, wenn alle Partner Nachhaltigkeit nicht als Kostenfaktor, sondern als gemeinsame Chance betrachten.
01.5
Kollaborative Wertschöpfungskette der Nachhaltigkeit
ESRS 2 BP-1 Abs. 5 und ESRS 2 SBM-1 Abs. 42 – Allgemeine Angaben
Im Jahr 2024 konnten wir unsere Partnerschaften mit einer Reihe wichtiger Interessengruppen in der Wertschöpfungskette von Hager verstärken und sind damit dem Erreichen unserer ehrgeizigen Wachstums- und unserer Nachhaltigkeitsziele des Projekts 2030 einen Schritt nähergekommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einbindung der Lieferanten, Geschäftspartner und Kunden.
Wir haben detaillierte Analysen unserer Lieferkette durchgeführt, um Möglichkeiten für Dekarbonisierung, Ressourceneffizienz und verantwortungsvollere Beschaffung zu ermitteln. Erkenntnisse aus unserer Analyse werden genutzt, um gemeinsam mit den Lieferanten Lösungen zu entwickeln – von kohlenstoffreduzierten Materialien bis hin zu Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft. So stellen wir sicher, dass Nachhaltigkeit ein gemeinsames Ziel ist.
Dieses Modell der Zusammenarbeit kommt auch bei den Kunden zum Tragen, denen Hager integrierte, digitale und Energie managende Lösungen anbietet, mit denen sie ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele erreichen können. Eine solche Ausrichtung der gesamten Wertschöpfungskette auf ein gemeinsames Ziel stärkt die Resilienz bei Hager, bringt Innovationen voran und schafft langfristigen Wert für alle unsere Interessengruppen.
Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) liegt der durchschnittliche jährliche Stromverbrauch pro Haushalt in Europa je nach Land und Haushaltsgröße bei rund 3.500 bis 4.000 kWh.
Die Net Zero Initiative (NZI) wird eingesetzt, um vermiedene Emissionen direkt abzubilden und zu quantifizieren, um damit die Übereinstimmung mit wissenschaftsbasierten Klimazielen sicherzustellen und zwischen direkten Senkungen, vermiedenen Emissionen und dem Beitrag zur globalen Dekarbonisierung zu unterscheiden.